Fr, 24. November 2017

Der tiefe Fall

29.05.2016 06:00

Diven aus dem Gleichgewicht

Wenn es so etwas wie ein Arbeitsinspektorat für Filmstars gäbe, wären High Heels ohne Zweifel längst verboten - und rote oder sonst wie gefärbte Teppiche gleich dazu. Klar, beides sind unverzichtbare Utensilien für die öffentliche Präsentation von Diven, aber die Unfallgefahr ist einfach zu groß.

Erst neulich wieder in Cannes, zum Beispiel. Da rauschte Topmodel Petra Nemcova die Reihen der Schaulustigen entlang, ihren 179-Zentimeter-Leib in eine plastikglänzende, aufwendig geraffte Robe gehüllt. Unmengen Stoff, rauer Untergrund, kokettes Drehen des Kopfes, spannenhohe Absätze - das war zu viel. Petra ging zu Boden, reagierte aber wie ein Vollprofi: Sie rieb sich kurz die Knöchel - und als die Kameras klickten, lachte sie bereits wieder.

Tags darauf erwischte es Helen Mirren. Die 70-jährige Lady hat sowieso schlechte Erfahrungen mit Filmfestspielen, im Vorjahr stürzte sie auf der Treppe zum Filmpalast bei der Berlinale. Jetzt an der Croisette schaffte sie die Stiegen fast bis nach oben, dann ließ auf der vorletzten Stufe die Aufmerksamkeit nach. Eine unbedachte Bewegung, schon hing der Stöckel in einer Teppichfalte, die Actrice sackte mit schmerzvollem Gesicht, aber durchaus elegant in die Knie.

9000 Kilometer weiter westlich, in Las Vegas, wurde fast zur selben Zeit das amerikanische Sing-Schwälbchen Ariana Grande ("Dangerous Woman") ein Opfer des physikalischen Gesetzes vom labilen Gleichgewicht. "Ich hätte mir beinahe den A.... gebrochen", entschlüpfte ihr ein wenig damenhafter Schreckensruf, als sie beim Eingang zum Billboard Music Award hineinstolperte. Unfallursache: Kopflastigkeit infolge zu hoher dünner Absätze.

Noch spektakulärer strauchelte Mariah Carey vor dem Rockefeller Center in New York. Der Kleidungsstil der Popsirene - was die High Heels zu hoch sind, ist der Stretch-Mini zu eng - macht ja das balancierte Fortbewegen einigermaßen schwierig. Kein Wunder, dass das nicht immer klappt. Das routiniert ausgespielte Erschrecken ließ erkennen, dass ihr das nicht zum ersten Mal passierte.

Manche Schwerkraft-Opfer kugelten recht heftig am Boden, wie der britische Pianist und TV-Moderator Jools Holland - ganz ohne Absätze, der rote Teppich genügte.

Übrigens gibt es für Stürze bei offiziellen Anlässen seit Februar 2013 einen eigenen Fachausdruck: Jennifer-Lawrence-Flop - benannt nach der Jungmimin ("Die Tribute von Panem"), die ausgerechnet bei der Oscar-Verleihung auf dem Bauch landete, noch bevor sie die goldene Statue übernehmen konnte.

Vielleicht sollten sie sich alle am Vorbild ihrer erfahrenen Kollegin Julia Roberts orientieren: Sie zog in Cannes einfach die Schuhe aus, bevor sie den roten Teppich betrat.

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