Mo, 18. Dezember 2017

Studie aus Kanada:

23.05.2016 10:11

Selfie-Fans halten sich für schöner, als sie sind

Wer viele Selfies knipst, hat ein verzerrtes Bild von sich selbst und hält sich für attraktiver, als er eigentlich ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Toronto, bei der Selfie-Enthusiasten und Menschen ohne Selfie-Faible verglichen und von einer unabhängigen Jury in puncto Attraktivität bewertet wurden.

Die Forscher sprechen bei Selfie-Enthusiasten von einer "selbstbevorzugenden Verzerrung" in ihrem Denken, berichtet das IT-Portal "CNET". Am stärksten sei dieses Phänomen, wenn jemand die Kontrolle über eine Situation habe, heißt es in der Studie. Bei Selfies sei das der Fall.

Wer nicht mit dem Ergebnis seiner Bemühungen zufrieden ist, kann das Bild schließlich löschen und so lange neu machen, bis es ihm passt. Quasi zur Bestätigung wird es anschließend oft in soziale Medien gepostet, wo der Selfie-Fan beobachtet, wie viele User ihm ein "Like" spendieren. In extremen Fällen kann das am Ende narzisstisch wirken.

Versuch mit Studenten und unabhängigen Dritten
Um das Wechselspiel zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung und Selfie-Gewohnheiten zu analysieren, haben die kanadischen Forscher 186 Studenten als Probanden herangezogen. Hundert gaben sich als regelmäßige Selfie-Knipser zu erkennen, der Rest fertigt selten bis nie Selbstporträts an.

Die Probanden knipsten teils Selfies, wurden teils aber auch von neutralen Forschern fotografiert. Die entstandenen Aufnahmen wurden schließlich zufällig ausgewählten Internetnutzern vorgelegt, welche die Attraktivität der Studenten bewerten sollten.

Selfies verzerren die Selbstwahrnehmung
Das Ergebnis: Selbst jene Studenten, die eigentlich nie Selfies von sich aufnahmen, schätzten sich auf Selfies etwas attraktiver ein als die unabhängigen Beobachter, der Unterschied war aber nicht groß. Selfie-Enthusiasten waren wesentlich mehr von sich überzeugt, gingen davon aus, dass ihre selbst aufgenommenen Bilder sie in größtmöglicher Schönheit zeigten.

Die unabhängigen Beobachter sahen das anders: Ihrer Ansicht nach wirkten die Probanden auf Fotos, die sie nicht selbst aufgenommen hatten, deutlich attraktiver. Hinzu kommt: Gerade Probanden, die gerne und oft Selfies knipsen und in soziale Netze posten, wirkten in der Studie für die Beobachter oft narzisstisch, also über die Maßen selbstverliebt.

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