Mi, 22. November 2017

Migranten am Brenner

22.05.2016 15:29

Rom: Behauptung Platters ist „unannehmbar“

Italien reagiert verärgert auf die Worte des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter, der eine Verschärfung der Flüchtlingssituation am Brenner festgestellt hatte. Die Behauptung, dass "die Italiener wirkungslose Beruhigungspillen über angebliche Kontrollen verteilen", seien unannehmbar, sagte der italienische Migrationsstaatssekretär Domenico Manzione.

"Wir haben großen Respekt vor dem Wahlkampf anderer Länder, doch wir haben vor allem großen Respekt vor der Wahrheit", sagte Manzione nach Angaben italienischer Medien. Die Behauptung, dass es vermehrt zu illegalen Übertritten am Brenner komme, sei aufgrund der Zahlen zu den Flüchtlingsaufgriffen keineswegs bewiesen. "Ich bedauere, dass diese Behauptung von Behörden kommt, mit denen wir eine gemeinsame Strategie vereinbart haben. Wir haben gemischte Polizeistreifen eingesetzt, die die Züge kontrollieren. Wir haben 50 zusätzliche Sicherheitskräfte geschickt. Die Zahl der aufgegriffenen Personen ist durchaus gering", erklärte Manzione.

Die konservative Rechtspartei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi sprach von einer "kolossalen Blamage" der Regierung um Premier Matteo Renzi. "Bald wird Österreich wieder Grenzkontrollen einführen, und dies ist der Unzulänglichkeit der Regierung zuzuschreiben, die total unfähig ist, die Flüchtlingsströme unter Kontrolle zu halten", sagte der Forza-Italia-Parlamentarier Maurizio Gasparri.

Kompatscher: Alleingänge bringen nichts
Im aufflammenden Flüchtlingsstreit zwischen Wien und Rom ist der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher um Beruhigung bemüht. Die Kontrollen am Brenner werden "angepasst", und zwar "ohne Alleingänge, die nirgendwo hinführen", sagte er am Sonntag der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Es brauche "ein Klima der guten Zusammenarbeit und des Vertrauens" zwischen den Nachbarländern.

Kompatscher berichtete, dass er von Innenminister Wolfgang Sobotka und seinem Tiroler Amtskollegen Platter kontaktiert worden sei. Diese hätten beklagt, dass zahlreiche Migranten in Regionalzügen unterwegs seien, "unter anderem 40 bis 50 pro Zug". Platter habe sich besorgt gezeigt, weil Dutzende Personen zu Fuß im Grenzort Gries am Brenner eingetroffen seien.

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