Mo, 18. Dezember 2017

Strafen kassiert

21.05.2016 19:09

Zwei falsche Polizisten gefasst

Monatelang narrten ein Grundwehrdiener aus Saalfelden und sein bosnischer Freund die Autofahrer im Pinzgau sowie in Tirol. Die beiden - sie trugen Militäruniformen - gaben sich mehrfach als Polizisten aus und kassierten vor allem von ausländischen Autolenkern Bußgeld. Jetzt wurden sie überführt und angezeigt.

Ein "abgezockter" Tscheche (35) hatte die Ermittlungen bereits Ende Dezember ins Laufen gebracht. Der Grundwehrdiener (21) und der Bosnier (30) hatten den Autofahrer in der Nacht zum 28. Dezember gegen 1 Uhr in Lofer angehalten. Die Männer winkten den Tschechen mit einer Polizeikelle auf einen Parkplatz. Da sie Militäruniformen trugen bemerkte der Tscheche nicht sofort, dass es sich eigentlich um Betrüger handelt. Die "Polizisten" durchsuchten den Kofferraum seines Wagens und überprüften seinen Führerschein und die Zulassungspapiere für den Pkw ganz genau.

Autolenker musste 50 Euro Strafe zahlen
Schließlich stellten sie dem Mann ein Organmandat aus, übergaben ihm einen Zahlschein und forderten 50 Euro. Der Lenker zahlte. Da ihm das Ganze aber doch ein wenig komisch vorkam, ging er am nächsten Tag zur "echten" Polizei. Rasch stellte sich heraus, dass der Mann auf Betrüger hereingefallen war. Da es auch in Tirol ähnliche Vorfälle gegeben hat - auch dort wurden Autolenker von falschen Polizisten gestraft - schlossen sich die Ermittler aus beiden Bundesländern zusammen. Nachdem der Verdacht bestand, dass die vorerst unbekannten "Beamten" Heeresuniformen trugen, wurde auch die Militärpolizei eingeschaltet.

Nach langwierigen Nachforschungen konnten die Verdächtigen schließlich überführt werden. Der Grundwehrdiener aus Saalfelden und sein Freund gestanden, in der Zeit von Dezember 2015 bis März 2016 zahlreiche Anhaltungen durchgeführt zu haben. Sie suchten sich dabei bewusst ausländische Autolenker aus, da diese die Uniformen der österreichischen Polizei nicht so gut kennen und durch das forsche" Auftreten der Männer - wie sie selbst angaben - leichter eingeschüchtert waren. Bisher konnten ihnen zwei Vorfälle in Tirol und fünf im Pinzgau nachgewiesen werden. Beute: 1200 €.

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