Fr, 24. November 2017

Tumor-Drama um Russ

20.05.2016 10:39

„Inszenierung!“ Nürnberg-Trainer sorgt für Eklat

Nach dem Relegationshinspiel der deutschen Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und Nürnberg (1:1) am Donnerstag sorgten Gäste-Trainer Rene Weiler und Torhüter Raphael Schäfer für einen Eklat. Weiler sprach rund um die Bekanntgabe der Tumor-Erkrankung von Frankfurt-Profi Marco Russ von einer "Inszenierung", entschuldigte sich aber wenig später für seine Wortwahl.

Verteidiger Russ hatte einen Tag vor dem Spiel die Diagnose "schwere Tumorerkrankung" erhalten, lief am Donnerstag aber trotzdem als Kapitän aufs Feld - dabei unterlief ihm in der ersten Halbzeit ein bitteres Eigentor zum zwischenzeitlichen 0:1.

Weiler gegen "Inszenierungen"
Nürnbergs Trainer Rene Weiler teilte nach dem Spiel im Interview mit der ARD mit, dass er "zu dieser Thematik nicht allzu viel sagen" möchte. "Da braucht man eigentlich auch nicht allzu viel sagen. Der Fußball darf nicht herhalten für irgendwelche Inszenierungen. Es tut mir leid, dass er krank ist. Ich möchte auch, dass er schnell wieder gesund wird. Aber dass man das am Spieltag kommuniziert, finde ich nicht ideal."

Torhüter Raphael Schäfer sagte gegenüber "Sky": "Ich glaube, wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute keinen Fußball spielen. Von daher war es schon eine sehr komische Meldung genau heute vor dem Spiel."

Coach Weiler ruderte wenig später bei der Pressekonferenz zurück und rechtfertigte seine vorherige Aussage. Er habe nicht gewusst, dass die Nachricht des Tumors erst am Mittwoch in die Öffentlichkeit geraten war - und zwar nur deswegen, weil anfangs ein Dopingverdacht aufgekommen und Frankfurt deswegen zu einer öffentlichen Hau-Ruck-Aktion gezwungen war. "Ich nehme diese Aussage zurück. Ich habe nicht gewusst, dass es keine andere Möglichkeit gab, als damit am Spieltag an die Öffentlichkeit zu gehen."

Weiler und Schäfer entschuldigen sich
In der Nacht auf Freitag veröffentlichte der 1. FC Nürnberg ein Statement von Weiler und Schäfer, in dem sich beide bei Frankfurt und Russ entschuldigten. "Es ist pietätlos, dass ein Klub und ein erkrankter Spieler fast dazu genötigt werden, die intimsten Dinge preisgeben zu müssen, um nicht als Dopingsünder in Verdacht zu stehen. Ich wünsche Marco Russ nur das Beste. Es geht mir immer um den Menschen - und Gesundheit ist dabei das Allerwichtigste", so Weiler.

Raphael Schäfer teilte mit: "Meine Worte waren dumm, dafür kann ich mich nur aufrichtig entschuldigen. Ich habe mich voreilig geäußert, ohne Bescheid zu wissen. So etwas darf mir nicht passieren, das ist absolut nicht in Ordnung. Ich wünsche Marco das Allerbeste und bin sicher, dass er wieder gesund wird."

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