So, 19. November 2017

20 Prozent aus EU

20.05.2016 08:31

EU-Kommission will Europa-Quote für Netflix & Co.

Die Europäische Union will Streamingdiensten möglicherweise eine Quote für europäische Inhalte auferlegen. Die Unternehmen müssten ihr Angebot zu 20 Prozent mit europäischen Filmen und Fernsehprogrammen bestücken, heißt es in einem Vorschlag der EU-Kommission, der am Donnerstag bekannt wurde. Europäische Produktionen würden durch so eine "Verpflichtung" gefördert.

Der für Medien zuständige Vize-Präsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, hatte sich ähnlich bereits am Wochenende am Rande der Filmfestspiele in Cannes geäußert. In einer Rede sagte er am Samstag, es sei an der Zeit, die EU-Regeln anzupassen. Es gehe auch darum, "faire Wettbewerbsbedingungen" zu schaffen.

Gegen Vormacht Hollywoods
Mit der Neuregelung will sich Europa gegen die Vormacht Hollywoods wappnen. Dies ist vor allem Frankreich ein Anliegen, das jahrelang die heimische Filmindustrie durch eine Sondersteuer auf private Sender mit einem hohen Anteil an US-Produktionen gefördert hat.

Ihren Vorschlag will die EU-Kommission voraussichtlich am nächsten Mittwoch vorstellen. Der Entwurf dazu kann noch geändert werden. Sollte sich die Behörde für eine Quote aussprechen, braucht sie noch die Zustimmung des Ministerrats und des Europaparlaments.

Vermehrt europäische Eigenproduktionen
Netflix lehnt eine Quote ab. Der Streamingdienst hat erst kürzlich seine erste französische Serie mit dem Titel "Marseille" veröffentlicht. Die zehnteilige Mystery-Serie "Dark" wird aktuell in Deutschland produziert, wo auch Amazon derzeit dreht: Der Konkurrent konnte im Februar Matthias Schweighöfer für seine erste eigene TV-Serie aus Deutschland namens "Wanted" verpflichten.

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