Di, 21. November 2017

Eine von über 200

18.05.2016 16:18

Von Boko Haram entführtes Mädchen aufgetaucht

In Nigeria ist erstmals eines der vor mehr als zwei Jahren von islamistischen Terroristen entführten Mädchen aus dem Ort Chibok wiedergefunden worden. Sie sei im Bundesstaat Borno in der Nähe des Sambisa-Waldes von örtlichen Sicherheitskräften aufgegriffen worden, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Chibok-Aktivisten namens Allen Manasseh. Der stellvertretende Rektor der Chibok-Schule und die Eltern hätten das Mädchen identifiziert. Auch Militärsprecher Sani Kukasheka Usman bestätigte, eines der Mädchen sei gefunden worden.

Der Fundort des Mädchens, das Berichten zufolge 19 Jahre alt sein soll, liegt im Bezirk Damboa in der Nähe von Chibok. Während der Nachrichtensender BBC berichtete, das Mädchen sei mit einem Kind gefunden worden, soll sie anderen Quellen zufolge schwanger sein. Zeugenberichte nach der Entführung legten nahe, dass die Mädchen entweder als Sexsklavinnen gehalten oder zum Übertritt zum Islam und zur Heirat gezwungen wurden. Es wird auch befürchtet, dass einige der Mädchen zu Selbstmordattentaten gezwungen wurden.

Mehr als 200 Mädchen entführt
Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hatte im April 2014 mehr als 200 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok in Borno entführt. Die Entführung sorgte weltweit für Entsetzen. Trotz den Bemühungen der nigerianischen Regierung und einer auch von Prominenten wie US-First-Lady Michelle Obama unterstützten Kampagne blieben die Mädchen verschollen. Präsident Muhammadu Buhari und sein Vorgänger Goodluck Jonathan versprachen mehrfach die Befreiung der Chibok-Mädchen, konnten aber keine Erfolge erzielen.

Im April war ein Video aufgetaucht, das offenbar 15 der entführten Mädchen lebend zeigte. Es soll der Regierung im Rahmen von Verhandlungen um die Freilassung der Mädchen als Lebensbeweis zugeschickt worden sein. Die Regierung hat die Echtheit des Videos nicht bestätigt.

Terroristen wollen Gottesstaat
Die Kämpfer von Boko Haram wollen im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Die Terrormiliz tötete bei Angriffen und Anschlägen in der Region seit 2009 mindestens 14.000 Menschen.

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