Fr, 17. November 2017

26-jähriger Cyborg

18.05.2016 14:39

Hightech-Arm enthält Handylader und Drohne

Er scheint direkt aus der Zukunft zu stammen: In Anlehnung an ein Videospiel hat der 26 Jahre alte Brite James Young eine Hightech-Armprothese erhalten. Die lädt nicht nur das Smartphone auf oder zeigt eingehende Anrufe an, sondern bietet auch Platz für eine versteckte Mini-Drohne...

Young war als damals 22-Jähriger im Mai 2012 in einem Londoner Bahnhof beim Einfahren eines Zuges in dessen Luftsog geraten und vom Bahnsteig zwischen zwei Waggons gestürzt. Der Biologiestudent erlitt mehrere Brüche im Gesicht-, Schädel- und Rippenbereich sowie der Wirbelsäule und verlor zudem seinen linken Fuß und den linken Arm.

Nach zwölf Tagen im künstlichen Koma, insgesamt zwölf Operationen und dreieinhalb Monaten im Spital wurde Young mit Standard-Prothesen an Fuß und Arm nach Hause geschickt. Unfähig, mit diesen seinen Alltag zu bewältigen, fiel der junge Mann "in ein dunkles Loch", wie er gegenüber der britischen "Daily Mail" schildert.

High-Tech-Arm nach Vorbild von "Metal Gear Solid"
Bis er eines Tages auf eine Online-Anzeige des Spieleherstellers Konami stieß, der in Anlehnung an seinen berühmten Spielehelden Snake aus "Metal Gear Solid V: The Phantom Pain" nach einem Amputierten suchte, um den Prototyp eines bionischen Arms zu testen. Gaming-affin wie er war, bewarb sich Young und gewann einen neuen High-Tech-Arm.

Im 3D-Druck-Verfahren und aus Carbon von den Prothese-Spezialisten von "The Alternative Limb Project" gefertigt, ermöglicht es der Cyborg-Arm dank Sensoren nicht nur, dass Young seine bionische Hand über Muskelkontraktionen in der Schulter bewegen kann, sondern bringt auch zahlreiche technische Spielereien mit.

USB, Bluetooth, Mini-Drohne
So verfügt der Arm etwa über eine integrierte USB-Schnittstelle, um Gadgets über einen ebenfalls integrierten Lithium-Ionen-Akku zu laden, ein kleines Display an der Faust, um via Bluetooth eingehende Anrufe und Benachrichtigungen anzuzeigen, eine Taschenlampe, sowie - eher zur Zierde - eine LED-Anzeige. Clou aber ist eine Mini-Drohne, die Young in einem Extra-Fach in seiner Schulter verstauen und über einen Controller in der anderen Hand steuern kann. Über eine Videobrille bekommt er dabei das Kamerabild der Drohne angezeigt.

Crowdfunding-Kampage für Titanimplantate
Da die gesamte Konstruktion mit einem Eigengewicht von rund 4,7 Kilogramm jedoch schnell ermüdet und zu schmerzen beginnt, plant Young bereits den nächsten Schritt auf seinem Weg in sein neues, altes Leben: Via Crowdfunding sammelt er Geld für Titanimplantate, die ihm Rahmen einer sogenannten Osseointegration an Schulter und Knöchel direkt mit seinem Skelett verwachsen sollen, um die Belastungen beim Tragen der Prothesen zu reduzieren.

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