Sa, 16. Dezember 2017

Schummeln im Irak

18.05.2016 12:30

Abschlussprüfung: Regierung dreht das Internet ab

In Österreich müssen Schüler bei wichtigen Prüfungen wie der Matura ihr Handy abgeben, damit sie nicht schummeln können. Im Irak setzt man bei Abschlussprüfungen auf eine andere Methode, um Schüler vom Schummeln abzuhalten: Hier wird nicht das Handy konfisziert, sondern landesweit das Internet abgedreht.

Das berichtet das deutsche IT-Portal "Heise" unter Berufung auf die Netzwerkfirma Dyn Research. Sie hat an drei Tagen in Folge jeweils drei Stunden lang einen landesweiten Internet-Ausfall verzeichnet, der interessanterweise auch im Vorjahr genau zur Zeit der Abschlussprüfungen stattfand.

Ministerium hindert "faule Schüler" am Schummeln
Das E-Mail eines irakischen Providers, das der Nachrichtenseite "The Register" vorliegt, zeigt: Die Abschaltung erfolgt auf Anordnung des Kommunikationsministeriums. Grund für die Netzblockade: Man wolle "faule Schüler" daran hindern, bei der Abschlussprüfung zu schummeln, tönt es aus dem Ministerium.

Bildungs-Weichen werden mit 11 Jahren gestellt
Für die Schüler, die sich im zarten Alter von elf Jahren am Ende der Schulpflicht diesen Prüfungen stellen, geht es um viel. Nur wer gut abschneidet, hat eine Chance auf höhere Schulbildung. Wer die Prüfung nicht schafft, verlässt die Schule und muss mit lebenslangen Problemen wegen geringer Bildung rechnen. Entsprechend hoch ist der Druck auf die Schüler. Und entsprechend attraktiv ist es für jene, die sonst keine Chance sehen, zu betrügen.

Auch Usbekistan blockiert Handy-Schummeln
Der Irak ist freilich nicht das einzige Land, das im Kampf gegen schummelnde Schüler zu solch radikalen Maßnahmen greift. In Usbekistan beispielsweise wird - unter dem Deckmantel von Wartungsarbeiten - während der alljährlichen Uni-Aufnahmetests ebenfalls ein Internet-Embargo über die angehenden Studenten verhängt. Dort wird aber immerhin nur das Handynetz heruntergefahren und nicht gleich das ganze Internet abgedreht.

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