Mo, 20. November 2017

„Habe ihn gewählt“

18.05.2016 19:14

Nun also doch: Griss unterstützt Van der Bellen

Alexander Van der Bellen hat eine neue, prominente Unterstützerin: Irmgard Griss, die es beim ersten Hofburg-Wahlgang auf Platz drei schaffte, hat am Mittwoch ihre Unterstützung für den ehemaligen Grünen-Chef in der Stichwahl am Sonntag bekundet. Bei einem kurzfristig anberaumten Pressetermin traten Griss und Van der Bellen gemeinsam auf und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin appellierte an die Österreicher, zur Wahl zu gehen. Sie selbst habe schon Van der Bellen gewählt.

Man wolle "das Verbindende über das Trennende" stellen, wie Van der Bellen gegenüber Journalisten betonte. Der Pressetermin wurde live auf Van der Bellens Facebookseite übertragen.

Griss sagte, dass es ihr um Österreich gehe und dass man die großen Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam bewältigen könne. "Ich bin überzeugte Europäerin und bin überzeugt, dass es etwa in der Flüchtlingsfrage nur eine europäische Lösung geben kann", so Griss. Die Rückkehr in die Vergangenheit von kleinen Nationalstaaten, die alleine und isoliert agieren würden, sei keine Lösung.

"Das ist nicht die Politik, die ich mir vorstelle"
Über das Niveau des aktuellen Wahlkampfes äußerte sich die ehemalige Kandidatin "mehr als irritiert": "Das ist nicht die Politik, die ich mir vorstelle. Ein Wahlkampf soll dazu dienen, die eigenen Möglichkeiten und Positionen zu unterstreichen, und nicht, die Gegner zu attackieren."

Als Wahlempfehlung wollte Griss ihre Unterstützung für Van der Bellen aber nicht verstanden wissen: "Wahlempfehlungen sind etwas Antiquiertes." Van der Bellen selbst freute die Erklärung der früheren Konkurrentin "ganz besonders". Er appellierte an die 800.000 Griss-Wähler aus dem ersten Durchgang, sich gut zu überlegen, wer in den kommenden Jahren das Gesicht Österreichs nach außen und innen sein solle.

Das komplette Video des Pressetermins können Sie hier ansehen:

Hofer: Griss' Van der Bellen-Unterstützung hilft mir
FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer allerdings glaubt, dass Griss' Unterstützung für Van der Bellen nach hinten losgeht. "Wenn ich die Zusendungen richtig deute, wird mir das helfen", sagte Hofer am im Ö1-"Abendjournal". Er habe nämlich viele E-Mails von Griss-Wählern erhalten, die meinten, man könne sich auf nichts mehr verlassen.

Othmar Karas ruft zu Wahl Van der Bellens auf
Außer Griss hatte am Mittwoch auch der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament, Othmar Karas, Van der Bellen seine Unterstützung ausgesprochen. "Wir brauchen auch jene, die ein Haar in der Suppe finden", erklärte er in einer Aussendung. Nach Ansicht von Karas geht es bei der Wahl nicht nur um Van der Bellen oder Hofer: "Es ist ernster! Es geht um die Rolle des Bundespräsidenten nach innen, Österreichs Rolle und Ansehen in Europa und der Welt. Es geht um unser Verständnis von Demokratie, Verantwortung und Mitverantwortung in der Zukunft", so Karas.

Auch Katholische Frauenbewegung für Grünen-Chef
Neben dem Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) erklärte am Mittwoch doch eher überraschend auch die Katholische Frauenbewegung Österreichs ihre Unterstützung für Van der Bellen. Ausschlaggebend für diesen Schritt war eine Aussage der freiheitlichen Frauensprecherin Carmen Schimanek, die gesagt hatte, die katholischen Frauen hätten eine "Wahlempfehlung für Norbert Hofer" abgegeben. Schimanek habe diese Behauptung auch nicht widerrufen, nachdem sie auf die Unrichtigkeit hingewiesen worden sei, so die Katholischen Frauenbewegung in einer Aussendung.

Zwar habe sich die Katholische Frauenbewegung zunächst dezidiert nicht für einen der Kandidaten ausgesprochen, so deren Vorsitzende Veronika Pernsteiner. Infolge des "Vorfalles" habe man die Positionierung aber überdacht und rufe nun dazu auf, Hofer nicht zu wählen. Die Bewegung "empfiehlt die Wahl von Alexander Van der Bellen".

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