Fr, 20. Oktober 2017

71 Jahre danach

15.05.2016 12:24

6000 Besucher bei Mauthausen-Befreiungsfeier

In der oberösterreichischen Gedenkstätte Mauthausen wurde am Sonntag der Befreiung des Konzentrationslagers und seiner 49 Außenlager am Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. Die europaweit größte internationale Gedenk- und Befreiungsfeier stand heuer unter dem Motto "Internationale Solidarität" und lief nach einer erneuerten Zeremonie ab. Mehr als 6000 Menschen aus dem In- und Ausland, darunter KZ-Überlebende, nahmen an der Feier teil.

Der Ablauf der diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeier wurde nach mehr als 40 Jahren geändert: Anstelle des Einmarsches der nationalen und internationalen Delegationen bildete der Ausmarsch aller Teilnehmer mit einer symbolischen Toröffnung am Ende des Festaktes den Höhepunkt. Angeführt wurde der Zug von KZ-Überlebenden und Mitgliedern des Comité International de Mauthausen. Damit soll die Befreiung der KZ-Inhaftierten symbolisiert werden.

Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, erinnerte daran, dass in den Konzentrationslagern Solidarität überlebensnotwendig war, etwa um kranke Häftlinge zu versorgen oder Spitzel zu enttarnen. "Die Überlebenden haben uns gezeigt, was internationale Solidarität bedeuten kann. Ich würde mich schämen, wenn ich diesen Menschen sagen würde, das geht heute nicht." Angesichts von "Menschen, die vor dem Krieg nach Europa flüchten und dann scheitern, weil die europäischen Regierungen nur solidarisch im Wegschauen sind", forderte er "echte und internationale" Solidarität auch heute ein.

Das offizielle Österreich war durch Bundespräsident Heinz Fischer, Innenminister Wolfgang Sobotka, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, Justizminister Wolfgang Brandstetter und Sozialminister Alois Stöger repräsentiert. Für das Land Oberösterreich kam als Vertretung von Landeshauptmann Josef Pühringer der Nationalratsabgeordnete Nikolaus Prinz sowie die Dritte Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer.

Gedenkbuch für die Opfer präsentiert
Am Rande der Befreiungsfeier wurde am Sonntag auch ein Gedenkbuch für die KZ-Opfer veröffentlicht. Die dreibändige Edition ist das Ergebnis eines der umfangreichsten Forschungsprojekte, das die Gedenkstätte bisher umgesetzt hat. Die Identitäten und Lebensdaten von 84.270 Opfern wurden in jahrelanger Kleinarbeit rekonstruiert und zusammengetragen.

Rund 200.000 Personen aus aller Welt waren im KZ Mauthausen und seinen 49 Außenlagern interniert. Mindestens 90.000 von ihnen wurden ermordet oder starben unmittelbar nach der Befreiung an den Folgen der Gefangenschaft.

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