Fr, 24. November 2017

Molterer & Co.

14.05.2016 20:11

Bürgerlicher Aufruf zur Wahl Van der Bellens

Eine Woche vor der Hofburg-Stichwahl sind prominente Vertreter des bürgerlichen Lagers mit dem Appell an die Öffentlichkeit gegangen, Alexander Van der Bellen zu wählen. Einen offenen Brief mit klar kritischen Anmerkungen zum FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer haben u.a. die Ex-ÖVP-Parteichefs Erhard Busek, Wilhelm Molterer und Josef Riegler, OeNB-Präsident Claus Raidl und Ex-Ministerin Maria Rauch-Kallat unterzeichnet.

"Nach reiflicher Überlegung und in gemeinsamer Verantwortung für unser Österreich bitten wir Sie, am 22. Mai Alexander Van der Bellen zu wählen", steht in dem der Austria Presse Agentur vorliegenden Appell - denn: "Hofer ist einfach für bürgerliche Wähler wie uns keine ernst zu nehmende Alternative, Nichtwählen bzw. ein weißer Stimmzettel auch nicht, da er nur Hofer nützt."

Initiative von ÖVP-Querdenkern organisiert
Unterzeichnet haben es - "nicht aus Begeisterung, aber nach reiflicher Überlegung" - auch die Gault-Millau-Herausgeber Karl und Martina Hohenlohe, Hilfswerks-Geschäftsführer Walter Marteschitz, der frühere Kärntner Landeshauptmann Christof Zernatto, Ex-Rewe-Vorstand Werner Wutscher sowie die schon als Van-der-Bellen-Unterstützer bekannten Franz Fischler (früherer EU-Kommissar) und Othmar Karas (ÖVP-EU-Delegationsleiter). Initiiert wurde die Initiative von zwei bekannten Querdenkern der ÖVP: Sparkassenverbands-Generalsekretär Michael Ikrath und Ex-Mandatar Ferdinand Maier. Ein vierter ÖVP-Alt-Obmann, Josef Pröll, sitzt im Personenkomitee Van der Bellens.

Ausführlich wird in dem Schreiben argumentiert, was aus bürgerlicher Sicht gegen Hofer als Bundespräsident spricht: "Wir wissen, was die Kornblume bedeutet, und nach einer Wahl wollen wir keine Glückwünsche von Le Pen, Jobbik, Wilders und AfD!" Van der Bellen sei hingegen der "rot-weiß-rote" Kandidat, berechenbar und stehe für eine aktive Amtsführung am Boden der Verfassung und der Menschenrechte. "Er wird garantiert keinen Applaus von der falschen Seite bekommen und über ihn werden wir uns auch nicht wundern müssen."

Klares Bekenntnis Van der Bellens zur EU
Außerdem bekenne sich Van der Bellen klar zur EU, während Hofer auch heute noch gegen die Mitgliedschaft stimmen würde - "allein aus diesem Grund ist er für uns nicht wählbar". Und von Van der Bellen könne man einen positiven Beitrag zur Lösung der aufgestauten Probleme erwarten - wozu "Protest und 'Nein-Sagen'", "Suche nach Sündenböcken und leere Parolen" nicht taugten.

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