Sa, 18. November 2017

Bundesheer

11.05.2016 22:02

Kaserne und Musik sind gerettet

Angekündigte Katastrophen treten meist nicht ein - wobei im Falle der Struckerkaserne und der Militärmusik das Ende damals noch unter Verteidigungsminister Gerald Klug ziemlich nahe war. Umso erleichterter waren die neun Landeshauptleute auf der am Mittwoch zu Ende gegangenen Konferenz nach massiven Interventionen beim Bund über die Worte des neuen Verteidigungsministers Hans Peter Doskozil: "Es geht darum der Bevölkerung rasch und effizient Schutz und Hilfe bereit zu stellen. Das bedingt eine Stärkung des Heeres, personell und infrastrukturell, und eben keinen Ausverkauf."

Konkret heißt das: "Neben Tamsweg und Horn (NÖ) bleiben auch die Kasernen-Standorte in Bleiburg (Kärnten), Freistadt (OÖ), Lienz (Tirol) sowie die Heli-Stützpunkte in Klagenfurt und Vomp (Tirol) bestehen: "Und das auf unbegrenzte Zeit", so der Minister. Flüchtlingskrise und Terrorgefahr waren letztendlich ausschlaggebend für den Schwenk: "Es gibt keine weiteren Kasernen-Aufgaben und Kasernen-Verkäufe. Es wird auch weiterhin in Salzburg Jägerkompanien geben. Es wird investiert, sowohl in die Personalentwicklung, als auch in die Standorte. Der Trend, dass sich im Bundesheer alles zentralisiert, ist damit vom Tisch", kommentierte Landeshauptmann Wilfried Haslauer die Entscheidung. Er hatte sich für den Erhalt der Struckerkaserne in Wien stark gemacht.

Und auch die Militärmusik bleibt im vollen Umfang in allen Bundesländern aufrecht: "Die Militärmusik ist kein primäres Ziel des Bundesheeres, aber sie hat eine wichtige Funktion als Ausbildungsstätte und als Traditionseinrichtung. Ab sofort können Grundwehrdiener nach der sechsmonatigen Ausbildung eine siebenmonatige Tätigkeit als Zeitsoldaten in der Militärmusik anschließen. In jedem Bundesland wird es eine vollständige Militärmusik geben. Als Projektkoordinator für die Umsetzung konnten wir den ehemaligen Vorstand der Wiener Philharmoniker - Clemens Hellsberg (selbst Offizier des Reservestandes) - gewinnen", beschreibt Doskozil die neuen Pläne: Angedacht ist, dass jede Militärmusik neu 43 bis 47 Mitarbeiter hat. Ende Mai soll alles fertig verhandelt sein. Derzeit spielen in den Militärmusiken rund 220 Musiker, in Salzburg in Wals-Siezenheim.

Umsetzung ab 2017
Der Minister kündigte weitere Reformen an, deren Umsetzung 10 statt 16 regionale Militärkommanden übernehmen: Katastrophenschutz, Ausbildung von Grundwehrdienern und als Verantwortliche für die Miliz. Umgesetzt werden sollen die Neuerungen mit 1. Jänner 2017. Dazu kommt ein neues Gehaltsschema: "Im Vergleich zur Exekutive sind Heeresbedienstete schlechter gestellt", so Doskozil, der auch die Einstiegshürden für Frauen nach unten setzen will: "Der Frauenanteil im Heer liegt derzeit bei 2,6 Prozent, anderswo ist der Anteil zweistellig."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden