Mi, 22. November 2017

Deutsche sticheln:

11.05.2016 12:19

„Zoe singt französisch! Mit FPÖ abgestimmt?“

Sogar beim Semifinale des Eurovision Song Contests ist der enorme Erfolg des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer - zumindest indirekt - Thema gewesen: So nutzte der deutsche ARD-Kommentator Peter Urban den Auftritt der österreichischen Vertreterin, um gegen Österreich zu sticheln: "Zoe singt französisch! Ist das mit der FPÖ abgestimmt?" Damit reiht sich Urban in eine Serie deutscher Lästerattacken gegen Österreich ein.

Nachdem Norbert Hofer in der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl mit 35,05 Prozent der Stimmen einen glasklaren Sieg eingefahren hatte, herrscht seither nicht nur in Österreich helle Aufregung: So nahmen unsere deutschen Nachbarn das Wahlergebnis rasch zum Anlass, um ordentlich zu lästern.

Als Erster meldete sich nur einen Tag nach der Wahl der deutsche Schauspieler Elyas M'Barek, der als Sohn einer Österreicherin und eines Tunesiers in München lebt, zu Wort: Er verkündete auf Twitter, seinen österreichischen Pass verschenken zu wollen.

"Was ist verkehrt mit euch?"
Kurz darauf wurde Österreich dann zur Zielscheibe der deutschen ZDF-Satiresendung "heute-show". "Was ist verkehrt mit euch, liebe Nachbarn?", wurde auf der Facebook-Seite der Show gepostet. Darüber prangte ein fetttriefendes Hakenkreuz in Schnitzelform mit dem provozierenden Bildtext: "Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen: möglichst flach und schön braun."

"Ösis, ihr wählt noch blöder als unsere Ossis!"
Von der darauffolgenden Empörungswelle in sozialen Netzwerken ließ sich die "heute-show" jedoch nicht bremsen - und legte sogar mit einem Schmähgedicht von Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht noch eins drauf: In seinem "Werk", das er "Der FPÖ-Wähler" nannte, lässt Herr Hassknecht kein gutes Haar an den "Ösipussis" - und reimt unter anderem: "Egal ob Hühner oder Gämsen, mit beiden tust du gerne wemsen. Und ist die Gämse einmal schneller, dann geht's zur Schwester in den Keller." Und: "Ösis, ihr wählt noch blöder als unsere Ossis!"

Als am Dienstagabend dann die 19-jährige Zoe beim Semifinale des Eurovision Song Contests ihren französischen Song "Loin d'ici" auf der Bühne performte, nutzte nun auch der Kommentator der öffentlich-rechtlichen ARD die Chance auf einen Seitenhieb: "Zoe auf dem Weg zum Garten Eden ins Finale! Österreichs Beitrag auf Französisch, ist das auch mit der FPÖ abgestimmt?"

"Man sollte in Muttersprache singen"
Damit traf Urban jedenfalls einen wunden Punkt vieler Österreicher, denn dass Zoe als Vertreterin unseres Landes mit einem französischen Lied an den Start geht, scheint einigen nicht wirklich zu schmecken. So wird auch auf Facebook über die Sprachwahl heftig diskutiert.

"Tritt für Österreich an und singt französisch", bekrittelt da eine Userin. "Blöd halt, spreche Englisch aber kein Französisch, somit verstehe ich den Text unseres eigenen Beitrages zum Songcontest nicht", kommentiert ein anderer Facebook-Nutzer. Eine weitere Userin schreibt: "Ich glaube, bei so einem Event sollte man in seiner Muttersprache singen, also in Deutsch!"

Ob die FPÖ die Meinung dieser User teilt, ist bislang nicht bekannt.

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