Mi, 22. November 2017

Islamisten-Anschlag

08.05.2016 15:17

Killerkommando tötet acht Polizisten in Ägypten

Bei einem Angriff von Islamisten sind in Ägypten acht Polizisten getötet worden. Die Täter hätten den Kleinbus der Sicherheitskräfte in Helwan südlich von Kairo mit automatischen Waffen unter Beschuss genommen, teilte das Innenministerium in Kairo am Sonntag mit. Bei den Opfern handle es sich um einen Leutnant und sieben niedrigrangige Beamte. Sowohl der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat als auch eine Gruppe namens "Volkswiderstand" bekannten sich zur Attacke.

Die Polizisten in Zivil waren nach Angaben des Innenministeriums auf einer nächtlichen Patrouillenfahrt, als ihnen ein Geländewagen den Weg versperrte. Die Attentäter hätten dann mit automatischen Waffen das Feuer eröffnet.

"Soldaten des Kalifats" oder "Volkswiderstand" verantwortlich?
Der ägyptische IS-Ableger erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass "Soldaten des Kalifats" das Polizeifahrzeug in Helwan angegriffen und acht "ungläubige" Beamte getötet hätten. Es handelte sich demnach um einen Vergeltungsangriff für die Inhaftierung "reiner Frauen" in ägyptischen Gefängnissen.

Zugleich erklärte aber der "Volkswiderstand", er habe die Tat verübt. Diese Gruppe sei mit den in Ägypten verbotenen islamistischen Muslimbrüdern verbunden, berichtete die ägyptische Nachrichtenseite Al-Youm al-Sabea. Die Gruppe war bisher laut Analysten nur für kleinere Angriffe auf Polizei, Armee und andere Ziele bekannt. Sie wandte sich damit gegen Einrichtungen, die sie für den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 verantwortlich macht.

Der Ex-Präsident sitzt derzeit in Haft. Im Vorjahr wurde er wegen Verschwörung zu einem Gefängnisausbruch während der arabischen Aufstände zum Tode verurteilt. Der Richterspruch löste damals international scharfe Kritik aus. Am 18. Juni soll in einem weiteren Prozess gegen den Muslimbruder das Urteil verkündet werden. In diesem Fall geht es um eine Anklage wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen.

Regierung kämpft gegen mehrere islamistische Gruppen
In Ägypten kämpfen mehrere islamistische Gruppen gegen die Sicherheitskräfte. Diese gehen mit großer Härte gegen die Anhänger Mursis vor. Vor allem auf der Sinai-Halbinsel, aber auch im Gebiet von Kairo und in anderen Landesteilen wurden seit 2013 Hunderte ägyptische Polizisten und Soldaten getötet. Zu den meisten Attentaten bekannte sich der ägyptische IS-Ableger. Die Gruppe war zunächst vor allem auf der Sinai-Halbinsel an der Grenze zu Israel und zum Gazastreifen aktiv, hatte zuletzt aber auch die Hauptstadt ins Visier genommen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden