So, 22. Oktober 2017

Vorsicht geboten

07.05.2016 08:13

Gebühren, Zinsen, Spesen: Wofür Banken kassieren

Zugegeben, die Banken stecken derzeit in einer echten Zwickmühle. Einerseits werden laufend die Vorschriften (Eigenkapital, Kredite usw.) verschärft, andererseits belastet die Nullzinspolitik der EZB das Geschäftsmodell ganz ordentlich. Das ursprüngliche Bankgeschäft war es schließlich, Kredite teurer zu vergeben, als für die Einlagen bezahlt wird. In der aktuellen Situation ist es daher nicht ganz verwunderlich, dass bislang kostenlose Services wie z.B. das Geldabheben an (fremden) Bankomaten als eine neue Einnahmequelle gesehen wird.

Aber auch abseits der von vielen kritisierten Bankomatgebühr kassieren die Kreditinstitute schon jetzt im wenig transparenten Konditionen-Dschungel teilweise recht ordentlich.

Der in der Regel größte Brocken ist die Kontoführungsgebühr. Die Mehrheit der Kunden bevorzugt dabei ein Pauschalkonto. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. "Pauschal ist nicht gleich pauschal. Nicht immer ist nämlich wirklich alles inkludiert", so AK-Bankexperte Martin Korntheuer. Oft sei hier z.B. nur eine gewisse Anzahl an Buchungen bzw. Abhebungen inklusive. Jeder Kunde soll sich daher zuerst fragen, was er denn überhaupt benötigt. "Wer mehr persönliche Betreuung will, wird auch tendenziell dafür mehr zahlen müssen", so Korntheuer. Einen guten Vergleich liefert der AK-Bankenrechner.

Transaktionen am Schalter deutlich teurer
Dass "manuelle", also durch den Bankangestellten durchgeführte Transaktionen teuer kommen können, zeigt auch das Beispiel der Bareinzahlung eines Zahlscheins auf ein fremdes Konto. Wer dafür zum Berater geht, zahlt im Schnitt rund 5 Euro, bei der Volksbank Wien sogar bis zu satten 7 Euro. Nicht viel besser sieht es bei Barabhebungen am Schalter vom eigenen Konto aus. Im günstigsten Fall sind es max. 1,10 Euro (RLB NÖ-Wien), bei der Ersten oder der Bawag je Behebung sogar über 2 Euro.

Ein weiterer, oft  übersehener Kostenfaktor lauert in den Sollzinsen ("Überziehungszinsen") auf dem Girokonto. Während die Habenzinsen derzeit im Schnitt bei nur 0,05 Prozent liegen bzw. einzelne Institute gar keine Guthabenzinsen mehr zahlen, kostet ein Minus auf dem Konto immer noch bis zu 13 Prozent pro Jahr. Im Durchschnitt verlangen die Banken aktuell 9,75 Prozent pro Jahr. Dass es günstiger geht, zeigt z.B. die Austrian Anadi Bank mit ab 4,5 Prozent. "Hier lohnt es sich auf jeden Fall, mit der Hausbank zu verhandeln", meint Korntheuer.

Abbuchungsaufträge im Auge behalten
Im Auge behalten sollte man auch seine Abbuchungsaufträge. Kann nämlich z.B. eine Stromrechnung mangels Guthaben nicht abgebucht werden, fallen Spesen an. Für die Nichtdurchführung eines Auftrages stellen die Banken vereinzelt bis zu 10 Euro in Rechnung. Großbanken wie die Bank Austria oder die Bawag verlangen bis zu 7,70 Euro bzw. 6,50 Euro.

Eine Mahnung kann bis zu 50 Euro kosten
Noch teurer kann es werden, wenn man z.B. eine Kreditratenzahlung vergisst oder das Konto längere Zeit im Minus ist und das Kreditinstitut Zahlungserinnerungen verschickt. Sind es hier in einem günstigen Fall "nur" etwa 5 Euro (Bawag), verlangen Erste Bank (21 Euro) und Bank Austria (24 Euro) deutlich mehr. Den Vogel schießt mit 50 Euro je Mahnung die Volksbank Wien ab, so die AK.

Fazit: Wer weiß, wie viele Buchungen und Abhebungen er in etwa tätigt, kann sich im Internet auf bankenrechner.at einen guten Kostenüberblick verschaffen und diese mit selbst bezahlten Bankgebühren (jedes Quartal am Kontoauszug ersichtlich) vergleichen. Meist sind aber in teureren Kontopaketen auch mehr Leistungen inkludiert (z.B. Kreditkarte oder Bankomatkarte für den Partner).

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