Mi, 22. November 2017

„Krone“-Kommentar

05.05.2016 17:45

Bluttat: Geheimhaltung keine adäquate Reaktion

Die grausame Bluttat in der Nacht auf Mittwoch in Wien-Ottakring, in der ein 21-jähriger Kenianer eine 54-jährige Frau mit einer Eisenstange erschlug, hat ein Versagen auf mehreren Ebenen deutlich gemacht. Der aktuelle Kommentar von "Krone"-Redakteur Claus Pándi.

Versagen auf vielen Ebenen

"Über diesen konkreten Fall können wir keine Auskunft geben." So lautet die Antwort der Landespolizeidirektion Wien auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf die Frage, ob die früheren Warnungen vor dem mutmaßlichen Täter vom Brunnenmarkt an die zuständigen Behörden weitergeleitet worden wären.

Die Wiener Frauenstadträtin ließ jedenfalls nach Bekanntwerden des Verbrechens auf dem Brunnenmarkt per Aussendung wissen, dass der "Frauennotruf rund um die Uhr erreichbar ist". Beraterinnen stünden mit Sicherheitstipps parat. Und die Stadtpolitikerin versicherte, dass sie "jede Form der Gewalt an Frauen auf das Schärfste verurteilt".

Der kenianische Botschafter in Österreich erzählte wiederum in den ORF-Nachrichten, dass die Abschiebung seines nunmehr inhaftierten Landsmannes lediglich an logistischen Problemen gescheitert wäre.

Das alles ist sehr beunruhigend. Das alles ist kein Beleg dafür, dass Politik, Justiz und Exekutive die Entwicklungen unter Kontrolle hätten. Ganz im Gegenteil.

Vieles sieht nach Versagen auf mehreren Ebenen aus. Und jegliche Form der Geheimhaltung kann nicht die adäquate Reaktion sein, um verloren gegangenes Vertrauen in die staatlichen Institutionen wiederherzustellen.

Der grauenhafte Mord am Brunnenmarkt muss eine Zäsur sein. Nicht alles lässt sich von heute auf morgen verbessern. Aber mit mehr Ehrlichkeit könnte man sofort beginnen.

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