Mi, 22. November 2017

Nacht am Flur

04.05.2016 17:00

Gangbetten in Spitälern „sind trauriger Alltag“

Gangbetten sollten im Spitalsalltag die Ausnahme sein, das Gegenteil ist aber - wieder einmal - der Fall: "Von Montag auf Dienstag haben bei uns 45 Patienten auf dem Gang schlafen müssen", schlägt Günter Wukovits, Betriebsrat im Wilhelminenspital, Alarm. Unterstützung erhält die Gewerkschaft von der Patientenanwältin.

"Gangbetten sind leider trauriger Alltag, dieses Problem darf nicht mehr ignoriert werden", warnt Günter Wukovits. "Am Montag mussten 45 Patienten die Nacht auf dem Gang verbringen - leider ein neuer Rekord!", sagt der Betriebsrat kopfschüttelnd.

"Verantwortlich sind das Management und die Politik", so Wukovits. "Vor allem ältere Patienten belegen Zimmer, obwohl sie in einem Pflegewohnhaus besser aufgehoben wären. Aber die Überstellung dauert zu lange", ergänzt sein Kollege Heinrich Schneider.

KAV: "Die Zahlen stimmen nicht"
"Die Zahlen stimmen nicht", kontert der Krankenanstaltenverbund und korrigiert die Betten auf 15: "Dabei handelt es sich aber um eine absolute Spitze. Natürlich ist jedes Gangbett zu viel, aber das kann kein Akutspital der Welt verhindern." Ein Management-Versagen sieht der KAV jedenfalls nicht.

Laut der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz gab es heuer zwar erst eine Patientenbeschwerde, "aber das heißt nicht, dass es keine Gangbetten gibt", erklärt Pilz. Viele Kranke hätten aber bereits resigniert oder sind froh, dass sie überhaupt ein Bett bekommen. Eine Lösung sieht Pilz in längeren Öffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte.

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