Sa, 18. November 2017

Trotz Kammer-Protest

29.04.2016 21:58

Die Krankenkasse baut Zahnzentren aus

Wer hat beim Zahnarzt nicht schon einmal unter den hohen Kosten gestöhnt? Die GKK darf jetzt die hauseigenen Zahngesundheitszentren massiv ausbauen. Das Land genehmigte 14 zusätzliche Behandlungsstühle. Die Ambulatorien arbeiten zum Selbstkostenpreis. Die Zahnärztekammer hat damit wenig Freude.

Seit Monaten wartete die GKK auf die Entscheidung durch das Land: Jetzt lag der Bescheid endlich in der Post. "Die Bedarfsprüfung ging positiv aus. Unser gesamtes Ansuchen wurde genehmigt", so Kassen-Obmann Andreas Huss über die Entscheidung. Zehn Behandlungsstühle kommen in der Zentrale beim Bahnhof, je ein Platz in Hallein, Bischofshofen, Tamsweg und Zell am See. Der Andrang ist jedenfalls enorm. Huss: "Für neue Patienten haben wir Wartezeiten von einem halben Jahr." Rund 70.000 Behandlungen werden jährlich in den Ambulatorien durchgeführt. Die Bedarfsprüfung brachte auch horrende Preisunterschiede zu den Ordinationen zu Tage. Die "Zahn-Zentren" der Kasse werden nicht gewinnbringend geführt und können damit günstiger behandeln.

Zahnärzte-Kammer kann Ausbau noch verzögern
Bis tatsächlich die ersten Patienten Platz nehmen, könnte es aber noch dauern. Die Zahnärzte-Kammer blockiert die Pläne. "Unsere Anwälte prüfen das" bestätigt Salzburgs Kammer-Präsident Martin Hönlinger und er verweist auf die Gesetzeslage, dass Praxen vor Ambulatorien zu reihen seien. Sein Vorschlag: Sozialer sei es, generell Zuschüsse für Zahnbehandlungen zu erhöhen und nicht eigene Ambulatorien zu bevorzugen.

Auch in einem weiteren Punkt erweist sich die Standesvertretung der Zahnärzte als unbequemer Partner. Weil die GKK seit 2013 per Gesetz auch Zahnprothesen und Implantate anbieten darf, droht man mit einer Unterlassungsklage. Der Vorwurf: Es gebe keine aktuelle Betriebsbewilligung. "Natürlich haben wir alle Genehmigungen", sieht Huss den Angriff gelassen und betont: "Wir bemühen uns laufend um Verbesserungen. Auch eine Stelle für Kieferorthopädie im Lungau wird jetzt ausgeschrieben." Die Bitte der Zahnärzte nach einer zusätzlichen Kassenstelle beim Notdienst in der Glockengasse wird vorerst aber nicht erhört.

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