So, 22. Oktober 2017

Tinder, Badoo & Co.

28.04.2016 09:39

So werden Nutzer von Dating-Apps entblößt

Dating-Apps verlangen umfangreiche Zugriffsberechtigungen und können damit auf viele Daten auf dem Smartphone zugreifen. Was kaum einem Nutzer bewusst ist: Damit öffnen sie Tür und Tor für Stalking-Angriffe, Schadsoftware und Phishing-Versuche, wie eine Auswertung des Internetportals Singlebörsen-Vergleich zeigt.

Das Portal analysierte 15 Dating-Apps für Android im deutschsprachigen Raum auf ihr Risikopotenzial, darunter Anwendungen wie Badoo, Tinder, Parship, Elite Partner, Friendscout24, Zoosk oder Lovoo. Im Fokus der Analyse standen alle Zugriffsberechtigungen, die für die Nutzung einer App erteilt werden müssen, also etwa In-App-Käufe, die Standortfreigabe oder der Zugriff auf Fotos, Kontakte und Dateien.

Die totale Entblößung
Das Ergebnis: Nutzer der Apps entblößen sich in puncto Sicherheit komplett und machen sich dadurch angreifbar. So erfordern etwa alle Dating-Apps den Zugriff auf die Kontakte. 93 Prozent der getesteten Dating-Apps können direkt auf Fotos und andere Dateien des Smartphones zugreifen. 86 Prozent der Apps sammeln Standortdaten des Smartphones und können damit ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers erstellen, inklusive Wohnort, Arbeitgeber und Hobbys. 46 Prozent der Apps greifen auf die Kamera oder das Mikrofon des Smartphones zu.

13 Prozent der untersuchten Apps erlauben sich sogar den Zugriff auf die SMS-Kontakte und können so nicht nur Textnachrichten der Nutzer auslesen, sondern auch ohne deren Wissen versenden. "Wenn sich eine Dating-App Zugriff zu ihren SMS-Kontakten verschaffen kann, ist sie also prinzipiell in der Lage, in ihrem Namen Nachrichten an Freunde, Partner und so weiter zu versenden oder sogar unautorisierte SMS-Bestellungen vorzunehmen", warnt Daniel Baltzer von Singlebörsen-Vergleich.

Heikel für Unternehmen
Dies sei vor allem heikel, wenn das Smartphone ein Unternehmenshandy sei oder wenn das private Smartphone dazu genutzt werden könne, um auf Unternehmensdaten zuzugreifen. Damit könnten die Dating-Apps ohne Wissen des Nutzers auch in den Besitz von Firmengeheimnissen wie beispielsweise Kundendaten oder -adressen kommen.

Dating-Apps klassischer Partnervermittlungen wie Parship oder Elite Partner schnitten im Hinblick auf Sicherheit übrigens am besten ab - sie erforderten laut Singlebörsen-Vergleich im Vergleich zu kostenlosen Apps wie Tinder oder Hot or Not die wenigsten Zugriffberechtigungen.

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