Di, 21. November 2017

Fluggäste gestrandet

27.04.2016 10:32

Deutschland: Streiks legen Flughäfen lahm

Zehntausende Fluggäste haben Mittwochfrüh auf Deutschlands größten Flughäfen die Ausweitung des Warnstreiks im öffentlichen Dienst deutlich zu spüren bekommen. Allein am Flughafen Frankfurt wurden nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft Verdi mindestens 392 Flüge gestrichen. Auf den Verbindungen zwischen Deutschland und Österreich haben AUA und Lufthansa insgesamt 26 Flüge gestrichen.

Insgesamt sind von den Streiks acht deutsche Flughäfen betroffen. Ein Ausweichen auf die Schiene war ebenfalls mit Problemen verbunden, da auf einem Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn Bauarbeiten Verzögerungen nach sich ziehen.

In Frankfurt hielten sich die Verzögerungen in Grenzen. Ab 8 Uhr schloss sich auch die Flughafenfeuerwehr dem Ausstand an und legte damit die Nordwestlandebahn still. "Wir haben genügend Kapazitäten auf der Süd- und der Centerbahn", sagte eine Sprecherin. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen zwar nicht möglich, doch für den Ernstfall gibt es Notdienstvereinbarungen.

Hunderte Flüge gestrichen
Auch am Flughafen Köln/Bonn wirbelte der Ausstand der Feuerwehr den Flugplan gehörig durcheinander. Betroffen waren zunächst 30 Passagierflüge. Im Laufe des Tages legten große Teile der Flughafenbelegschaft ihre Arbeit nieder. Mindestens 103 von 276 geplanten Flügen wurden gestrichen. In Düsseldorf wurden zunächst 48 der insgesamt 590 Flüge annulliert.

Am Flughafen München seien vor allem Mitarbeiter der Bodenabfertigung und der Sicherheitsgesellschaft dem Streikaufruf gefolgt, sagte ein Verdi-Sprecher. An den Flughäfen Hannover und Bremen fielen 25 Flüge aus. In Hamburg wurden nach Angaben des Betreibers insgesamt 31 Abflüge und 31 Ankünfte gestrichen. Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden insgesamt 99 Flüge annulliert.

"Hoffe, dass Signal verstanden wird"
Verdi hatte im Rahmen der aktuellen Tarifrunde für den öffentlichen Dienst zu den Streiks aufgerufen. Gewerkschaftschef Frank Bsirske verteidigte die Entscheidung. Sinn solcher Arbeitsniederlegungen sei es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Ich hoffe, dass dieses Signal verstanden wird und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer Einigung kommen."

Außer an den Flughäfen legten in Berlin und anderen Städten am Mittwoch die Mitarbeiter diverser Behörden wie der Stadtreinigung, der Wasserbetriebe und der Bäderbetriebe die Arbeit nieder.

"Keinen vernünftigen Grund für Streiks"
Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere bewertete die Ausweitung der Warnstreiks im öffentlichen Dienst als unverhältnismäßig. "Für die Bestreikung ausgerechnet von wichtigen Flughäfen und Berliner Kliniken gibt es keinen vernünftigen Grund. Damit treffen die Gewerkschaften nur Unbeteiligte", so der CDU-Politiker am Mittwoch. Den Gewerkschaften seien zuletzt eine Tariferhöhung von drei Prozent sowie weitere Zugeständnisse angeboten worden.

In dem Tarifstreit fordert Verdi sechs Prozent mehr Geld bei einem Jahr Laufzeit des Vertrages. Die Arbeitgeber - der Bund und die Kommunen - haben drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 28. und 29. April in Potsdam statt.

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