Sa, 24. Februar 2018

FIA-homologiert

27.04.2016 00:08

Toyota GT86: Rallye-Rakete für Leidenschaftler

Toyota bringt etwas auf den Markt, was es seit rund einem Vierteljahrhundert praktisch nicht mehr gibt: ein aktuelles, international einsetzbares Rallye-Auto mit Heckantrieb: Die Rennsport-Tochter TMG (Toyota Motorsport GmbH) baut den Toyota GT86 zum FIA-homologierten Rallye-Boliden um. So wird aus dem Spaßauto ein ernsthafter Racer mit dem Namenszusatz CS-R3.

Hintergrund ist natürlich, dass Toyota die Marke wieder sexy machen will. Und sportlich positionieren. Dass Alex Wurz und Co auf einem Hybrid-Toyota Fahrer- und Konstrukteurstitel in der Langstrecken-WM gewonnen haben, ist ein Schritt auf dem Weg dorthin. Nun haben sie das dem Alex quasi gesamthaft umgehängt, und so präsentiert er als Markenbotschafter den neuen Rallye-Toyota am Wachauring. Und er ist so ein grader Michel, dass man ihm jedes Wort abnimmt.

"Der GT86 ist einfach perfekt, er macht genau, was du willst, deshalb haben wir ihn auch bei unseren Fahrertrainings." Die Rallye-Version ist dann nur noch dir Weiterentwicklung, das Erschließen eines (semi-)professionellen Niveaus. Das fängt an beim Überrollkäfig und reicht bis zum einstellbaren Fahrwerk. Bei einer Vorführfahrt am Wachauring reißt er die Gänge des sequentiellen Getriebes rein wie nix, beschleunigt unter dem herrlichen Sound der Auspuffanlage und driftet spielerisch um die Kurve. Okay, er dreht sich dabei auch mal ein, aber das gehört zum Spaß dazu.

Trotz der Fesseln des Reglements hat TMG 232 PS statt der serienmäßigen 200 PS aus der Zweiliter-Maschine herausgeholt. Es ginge auch noch etwas mehr, dann fehlt es aber an Drehmoment. Trotz des Reglements? Ja. Re3 bedeutet unter anderem eine Verdichtung von maximal 12:1. Das ist super für die Konkurrenz, die serienmäßig etwa 11,5:1 hat und deshalb aufstocken kann. Der Toyota GT86 hat in der Serie aber 12,5:1, was einen gravierenden Nachteil bedeutet. Mittels Elektronik, Auspuffanlage & Co finden die Ingenieure dann aber doch noch einiges an Leistung, auch wenn das im Vergleich zur Konkurrenz trotzdem etwas wenig ist. Die fährt nämlich in aller Regel mit Turbomotoren, die ein Hauseck mehr an Drehmoment liefern und den Japaner im Verhältnis alt ausschauen lassen.

Aber sei's drum, hier geht es um Leidenschaft und darum, dass hier zusammenfindet, was zusammengehört, nämlich Heckantrieb und Rallyesport. Zudem ist es relativ günstig, hier an ein wettbewerbsfähiges Fahrzeug zu gelangen. Es fängt an bei 84.000 Euro für den Rallye-Kit, also den Bausatz mit allen wesentlichen Komponenten, vom Chassis bis zum Fahrwerk. Das kostet 84.000 Euro plus Steuer. Sitze, Gurtsystem, Lackierung und Bordcomputer kommen noch dazu, je nach Ansprüchen. Und man kann sich alles nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen. Oder man kauft das Ding fix und fertig, dann werden rund 120.000 Euro fällig.

Alex Wurz würde am liebsten selber damit im Rennbetrieb loslegen, aber er hat seine aktive Karriere der Familie zuliebe auf Eis gelegt und ist damit so happy, dass er und seine Frau den 14. Hochzeitstag kürzlich einträchtig vergessen haben.

Rallyesport ist prinzipiell nicht billig - mit dem Toyota GT86 CS-R3 wird er einigermaßen erschwinglich. Der serienmäßige Toyota GT86 ist übrigens ab 34.750 Euro zu haben.

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