So, 27. Mai 2018

Nach Asylstreit

26.04.2016 19:36

Griechischer Außenminister kommt im Mai nach Wien

Nach diplomatischen Spannungen zwischen Griechenland und Österreich in der Flüchtlingskrise kommt es am 11. Mai zur Aussprache. Der griechische Außenminister Nikos Kotzias soll nach Wien kommen und auch die zuletzt im Streit abgezogene Botschafterin Chryssoula Aliferi mitbringen. Die Botschafterin war Ende Februar unter Protest aus Wien nach Athen zurückberufen worden. Österreich hatte zuvor eine Konferenz der Länder der Balkan-Flüchtlingsroute abgehalten, zu der Griechenland nicht eingeladen war.

In Athen fürchtete man, dass durch die von Österreich und den Balkanstaaten vereinbarten Maßnahmen zur Verringerung der Flüchtlingszahlen viele Flüchtlinge innerhalb der griechischen Grenzen stranden könnten. In Athen betonte man laut einem Bericht des "Standard", an den politischen Gegebenheiten habe sich nichts geändert und Griechenland trage weiterhin die Last der Flüchtlinge. Doch das geplante Arbeitsessen zwischen Kotzias und Außenminister Sebastian Kurz biete eine gute Gelegenheit, über die Differenzen zu sprechen.

Athen wegen Hofers Triumph besorgt
Das Treffen der Außenminister findet vor dem Hintergrund einer politischer Weichenstellung in Österreich statt. Das starke Abschneiden von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bei der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl löste in Griechenland Besorgnis aus. Das beliebte Nachrichtenportal "News247.gr" sprach vor einem "rechtsextremen Schock", die linke Webseite "TVxs" von einem "neuen Mittelalter" in Europa. Die Regionalzeitung "Aihimi" meinte, der Wahlsieg der "Rechtsextremen" sei unter Einsatz "antigriechischer Propaganda" erreicht worden.

Die Zahl der auf den griechischen Inseln ankommenden Flüchtlinge hat sich zuletzt verringert. Nach einem Abkommen der EU-Staaten mit der Türkei bringt die griechische Regierung nun Flüchtlinge in die Türkei zurück - im Gegenzug sollen die EU-Länder syrische Kriegsflüchtlinge direkt von dort aufnehmen.

Keine Syrer unter den Abgeschobenen
Am Dienstag wurden insgesamt 49 Flüchtlinge in die Türkei zurückgeschickt. An Bord zweier türkischer Fähren befanden sich Afghanen, Pakistaner, Iraner und ein Jordanier. Keiner der Betroffenen hatte nach Angaben der Behörden einen Asylantrag in Griechenland gestellt oder hatten eine Chance, als Asylwerber anerkannt zu werden. Damit wurde weiterhin kein einziger Syrer, der in Griechenland einen Antrag auf Asyl gestellt hat, in die Türkei zurückgebracht.

Die Unterbringung und Versorgung der aktuell 54.000 Flüchtlinge in Griechenland bleibt problematisch. Tausende harren unter widrigsten Bedingungen in den improvisierten Lagern im Hafen von Piräus und in Idomeni an der Grenze zu Mazedonien aus. Sie hoffen, dass sich die sogenannte Balkanroute doch noch öffnen wird und ihnen eine Weiterreise nach Westeuropa gelingt. Besonders in Idomeni kommt es immer wieder zu teils gewaltsamen Protesten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Naht der Abschied?
Ronaldo rätselhaft: „Es war sehr schön bei Real!“
Fußball International
Nach Reals CL-Triumph
Zidane jubelt: „Das ist ein historischer Moment!“
Fußball International
Frühzeitiges Final-Aus
Das Salah-Drama! Jetzt wackelt sogar die WM
Fußball International
Unglücksrabe
Karius bittet unter Tränen um Entschuldigung
Fußball International
„Sargnagel“ Karius
Liverpool-Goalie schenkt Real Madrid den CL-Titel!
Fußball International
Irres CL-Finale
Jahrhundert-Tor im Schatten zweier Mega-Patzer
Fußball International
Es ging heiß her
CL-Finale: Die Eröffnungsshow in Bildern
Fußball International

Für den Newsletter anmelden