Sa, 18. November 2017

Deutlich spürbar

25.04.2016 17:11

Beben der Stärke 4,2 erschütterte Ostösterreich

Ein heftiges Erdbeben hat Montagmittag den Osten Österreichs erschüttert. Wie der Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik meldete, erreichten die Erdstöße eine Magnitude von 4,2 nach Richter. Das Epizentrum lag laut ZAMG im Raum Alland in Niederösterreich in einer Tiefe von neun Kilometern.

Ein derartiger Wert bedeutet, dass das Beben in einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern spürbar ist und leichte Schäden möglich sind. Dementsprechend waren die Erdstöße, die sich um 12.28 Uhr ereigneten, auch in Wien deutlich zu spüren. Karin E., die im Bezirk Währing lebt, wurde Zeugin und erzählt gegenüber krone.at: "Ich bin auf dem Sessel gesessen, als es plötzlich zu wackeln begann und die Gläser im Schrank zu klirren anfingen. Ich habe mich richtig geschreckt."

Zahlreiche Wahrnehmungen bei der ZAMG gemeldet
"Leichte Schäden wie etwa Risse im Verputz sind bei dieser Stärke möglich", sagte ZAMG-Seismologin Rita Meurers zur APA. Auch mit Nachbeben müsse noch gerechnet werden. Die ZAMG erhielt Meldungen über "leichte Gebäudeschäden", so Meurers. Insgesamt seien beim Erdbebendienst binnen einer Stunde 1800 Mitteilungen zur Erdbebenwahrnehmung eingegangen, bis zum späten Nachmittag waren es mehr als 3000. Diese kamen "aus ganz Niederösterreich, Wien aber auch vereinzelt aus Oberösterreich und dem Burgenland".

Der Österreichische Erdbebendienst hatte unmittelbar nach dem Beben ersucht, das Wahrnehmungsformular auf der ZAMG-Homepage auszufüllen oder schriftliche Meldungen an die Adresse Hohe Warte 38, 1190 Wien zu schicken.

Dutzende Anrufe bei den Feuerwehren
Bei dem Erdbeben im Raum Alland dürften keine gröberen Schäden an Gebäuden entstanden sein, sagte der niederösterreichische Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Jedenfalls wurden keine Feuerwehreinsätze verzeichnet. Allerdings seien "Dutzende Anrufe" besorgter bzw. aufgeregter Bürger eingegangen. Das galt auch für Wien. Wegen Schäden ausrücken mussten die Einsatzkräfte aber nicht.

Zwei leichte Beben am Sonntag
Laut Angaben der ZAMG war es bereits in der Nacht auf Sonntag zu zwei leichten Erdbeben im Raum Baden (Niederösterreich) gekommen. Das erste um 2.17 Uhr hatte die Stärke 1,7 nach Richter, ein weiteres vier Minuten später eine Magnitude von 0,8. "Das waren offensichtlich Vorbeben", sagte Meurers. Laut der Seismologin kommt es in Niederösterreich etwa alle sieben Jahre zu einem Beben mit einer Magnitude von 4.

Kaum schwere Erdstöße in Österreich
Schwere Erdbeben sind in Österreich bisher kaum aufgetreten. Die stärksten Erdstöße wurden laut Rekonstruktionen der ZAMG im Jahr 1201 mit einer Magnitude von 6,1 nach Richter und mit dem Epizentrum Katschberg in Kärnten verzeichnet. 1972 wurde in Niederösterreich eine Stärke von 5,3 erreicht.

Weltweit treten jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke 3 bis 4 auf. Etwa 800 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat den Wert 8. Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile.

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