Mi, 22. November 2017

Olympia 2016

25.04.2016 10:05

Schröcksnadel: „3-5 Medaillen in Rio möglich“

17 Athleten sind vom Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) bereits nominiert, 19 weitere haben fixe Quotenplätze erbracht und mehrere liegen in Ranglisten auf sicheren Positionen, die die Teilnahme an den Sommerspielen im August in Rio de Janeiro bedeuten. Drei bis fünf Medaillen hält Peter Schröcksnadel, der Koordinator des vom Sportministerium installierten "Projekt Rio", für möglich.

Wie groß das ÖOC-Team sein wird, lässt sich aufgrund auch der 100 Tage vor der Eröffnung noch laufenden Qualifikation nur abschätzen, zwischen 65 und 75 Athleten sind realistisch. Entscheidend für Schröcksnadel ist aber ohnehin nicht die Teamgröße, sondern die Schlagkraft. "Es geht nicht nur um die Quotenplätze, sondern auch darum, wo du Medaillen machst. Vom Projekt Rio hat es eine intensive Unterstützung gegeben. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg", sagte der Skiverbands-Präsident, der darauf hofft, dass viele dieser Medaillenkader-Athleten ein Chance haben, "zu gewinnen, oder in die vordersten Plätze hineinzukommen".

Von den 28 Athletinnen und Athleten aus dem Medaillenkader müssen sich die Flachwasserkanutinnen Yvonne Schuring, Ana Roxana Lehaci und Viktoria Schwarz, Wildwasser-Paddlerin Corinna Kuhnle (den Quotenplatz erbrachte Violetta Oblinger-Peters) sowie Ringer Amer Hrustanovic und die Tischtennis-Herren-Mannschaft um Stefan Fegerl und Robert Gardos die Rio-Startberechtigung erst sichern. Der Rest darf als schon erfolgreich angesehen werden.

Schröcksnadel blickt nach der Nullnummer vor vier Jahren dem kommenden Sommer-Highlight zuversichtlich entgegen. "Noch sind Qualifikationen und Plätze zu vergeben, aber es schaut leistungsmäßig nicht schlecht aus. Ich habe gesagt, wenn wir drei bis fünf Medaillen machen ... drei ist eh schon ganz gut und fünf ist sehr gut."

Fragezeichen hinter Dinko Jukic
Offen ist nach wie vor die Situation um Schwimmer Dinko Jukic, der Olympia-Vierte von London 2012 macht sich weiter rar. "Es gibt Kontakt, aber in den letzten Wochen nicht viel. Wenn er das Limit schwimmt, dann muss das eine Zeit sein, wo man sagt, das ist wirklich Weltklasse. Nur das Limit ist zu wenig, denn nur mit dem Limit hat er noch keine Chance auf eine Medaille. Bei den anderen Schwimmern ist das anders, aber er hat sich halt irgendwo ausgeklinkt. Wenn er da wieder hineinwill, muss er schon Chancen haben", stellte Schröcksnadel klar.

In 28 Sportarten stehen von 5. bis 21. August 306 Entscheidungen bevor. Das sind vier mehr als in London 2012, weil Golf (zuletzt 1904) und Rugby (1924) in olympische Programm zurückkehrten. Das ÖOC hat 17 Athleten aus dem Segelsport, der Leichtathletik, Reiten, Rudern, Schießen und Schwimmen (Synchron, Wasserspringen) bereits fix nominiert. Weitere oder zusätzliche Quoten- und Startplätze sowie Normerbringungen gibt es im Bogenschießen, Fechten, Kanu, der Leichtathletik, Schießen, Schwimmen (Becken), Tischtennis und Turnen (Kunsturnen, Rhythmische Gymnastik).

Vadlau/Ogar mit größten Medaillenchancen
Schröcksnadel hob die Segler hervor, die angeführt von den WM-Medaillengewinnern Lara Vadlau/Jolanta Ogar und Nico Delle-Karth/Niko Resch vier aussichtsreiche Boote bei den Spielen an den Start bringen werden. "Im Segeln sind wir dominant im Moment. Aber es ist oft so, dass du Olympiasieger hast, die meistens nicht die Favoriten waren. Paddeln, Judo, Schießen, wir sind in einer Reihe von Disziplinen gut. Du brauchst bei einigen Sparten aber auch ein Glück. Aber bei anderen haben wir auch die Qualität - wie im Segeln. Da brauchst du wieder irre Pech, dass du nicht gewinnst."

Fix nicht vertreten sein wird Österreich im Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Rugby und Taekwondo. Kaum Chancen gibt es im Boxen und noch keinen Quotenplatz im Ringen. Auch die Triathlon-Herren und Flachwasser-Kanutinnen kämpfen noch um die Teilnahme, die Chancen sind aber durchaus realistisch. Im Badminton, Gewichtheben, Golf, Judo, Moderner Fünfkampf, Radsport, Tennis, Tischtennis, Triathlon und Beachvolleyball sind diverse Rankings zu einem bestimmten Datum ausschlaggebend. Da und dort gibt es eine Zusatz-Qualifikationsmöglichkeit.

Viele Athleten liegen so gut in den Ranglisten, dass sie von einem Olympia-Startplatz aber nicht mehr verdrängt werden können wie beispielsweise Judo-Vizeeuropameisterin Kathrin Unterwurzacher (bis 63 kg) und Bernadette Graf (bis 70 kg). Im Badminton schaut es sehr gut für Elisabeth Baldauf aus. Golfer Bernd Wiesberger darf bereits fix planen, ebenso wie die Triathletinnen Lisa Perterer und Sara Vilic sowie die Beach-Volleyballer Clemens Doppler/Alexander Horst.

Im Rad-Straßenrennen hat Österreich zwei Quotenplätze bei den Herren und einen bei den Damen fix, der an Martina Ritter gehen wird. Im Beckenschwimmen haben Birgit Koschischek und Lisa Zaiser ihre Qualifikationszeit heuer bereits bestätigt, ein paar weitere Athleten und Athletinnen haben den ersten Teil der Hürde geschafft. Freiwasser-Schwimmer Matthias Schweinzer will seine letzte Qualifikationschance Mitte Juni nutzen. Im Tischtennis werden über das Ranking ebenfalls noch einige Damen und Herren zur fix qualifizierten Liu Jia stoßen.

Zittern muss noch Gewichtheber Sargis Martirosjan, sehr schwierig wird es für den Modernen Fünfkämpfer Thomas Daniel, der ein WM-Sensationsergebnis braucht. Mit dabei wäre hingegen aufgrund seiner Weltranglistenplatzierung Tennis-Ass Dominic Thiem, der jedoch noch nicht über ein Olympia-Antreten entschieden hat.

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