Fr, 24. November 2017

Assistenz-Hund

22.04.2016 09:56

Larissa und „Jerry-Lee“: Ein Team dank der „Krone“

Das steirische Landeswappen kriegt wirklich nicht jeder. Man muss etwas machen, das außergewöhnlich, wichtig und wertvoll ist, und das schon über viele Jahre. All das trifft auf die Steirerin Maria Gerstmann zu - und wie! Seit 20 Jahren bildet sie Assistenz-Hunde aus, die später unschätzbare, individuelle Arbeit für ihr Herrl, für ihr Frauerl, machen.

Die Vierbeiner ersetzen das Augenlicht, führen ihren Menschen sicher über Straßen, durch den Verkehr. Sie ersetzen den Hörsinn; wenn es zum Beispiel an der Tür läutet, stupsen sie ihren Besitzer an, zeigen ihm, woher das Geräusch kommt. Wenn jemand im Rollstuhl sitzt, heben sie Sachen auf, bringen sie her, sind Seelentröster; was so wertvoll ist. Bis zu 70 (!) Begriffe - von "Such Weg" bis "Gehsteig" oder "Zebrastreifen" - können sie erlernen, "aber auch das Selberdenken müssen sie sich erhalten", weiß die Hundeexpertin Maria Gerstmann.

"Mein Hund mit mir das Leben gerettet"
Irene Gassler, die blind geworden ist, sich aber ebenso blind auf ihre Pudeldame Aldara verlassen kann, weiß das nur zu gut: "Mir hat sie einmal das Leben gerettet. Mitten im Ort war auf einmal bei Bauarbeiten eine riesige Grube! Die hab ich natürlich nicht gesehen." Der Hund ging aber nicht und nicht weiter, "selbst als ich sie energisch angesprochen habe. Dann hat sie selbständig einen Weg herum gesucht. Wäre ich da reingefallen..."

Schon 200 Hunde ausgebildet
200 Hunde hat Maria Gerstmann in 20 Jahren ausgebildet - und was da so locker klingt ist richtig, richtig viel Arbeit und Aufwand. Infrage kommen eigentlich so gut wie alle Rassen, solche mit ausgeprägtem Schutzinstinkt für ihr Herrl nur bedingt: "Meine Kunden sind oft auf fremde Hilfe angewiesen. Da muss der Hund dann schon Hilfe zu ihnen durchlassen."

Mit Pudeln arbeitet sie gerne, mit Labrador, Retriever. Entweder züchtet sie selbst oder kauft von sehr seriösen Züchtern. Schon im Welpenalter wird der Hund auf sein Wesen hin getestet, ob er infrage kommt für seine spätere Aufgabe, welche Charaktereigenschaften er hat. Eignet er sich als Assistenzhund, kommt er zu einer Patenfamilie, die ihn auf alle möglichen Aufgaben vorbereitet: "Wir legen Wert auf beste Sozialisierung und dass der Hund alle Situationen kennt, vom Straßenbahnfahren bis zum Shoppingcenter."

Hunde werden mit Lob und Leckerlis trainiert
Mit einem Jahr übernimmt ihn Frau Gerstmann - und schult ihn dann noch zehn Monate lang. Das ausschließlich über Lob, auch Leckerlis ("jeder Hund spricht auf etwas anderes an"), niemals über Gewalt. "Logisch, oder? Wenn der Hund Angst vor Menschen bekommt, dann wird er sich nie mehr trauen einen Befehl zu verweigern. Und das könnte ja gefährlich werden, etwa bei Hindernissen." Schon während der Ausbildung hat er intensiven Kontakt mit seinem späteren Besitzer, zu dem er dann mit zwei Jahren kommt.

"Krone"-Leser ermöglichten Larissa einen Hund
Wie auch zu Larissa, der zwölfjährigen Steirerin! Die Kleine sitzt im Rollstuhl, ist spastisch gelähmt. Mit "Jerry-Lee" geht ihr allerallergrößter Herzenswunsch in Erfüllung. Möglich gemacht haben das Sie, die "Krone"-Leser! Dank Ihrer Spenden kann das Tier bestens ausgebildet werden. Und dank Frau Gerstmann und ihrer Ilztaler REHA-Hundeschule. Gratulation zum Landeswappen!

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