So, 20. Mai 2018

Causa Pölfing Brunn

20.04.2016 17:13

"Klima in der Gemeinde war schrecklich"

Einst waren sie politische Gegner, am Mittwoch gab es ein Aufeinandertreffen im Gerichtssaal in Graz: Horst Pölzl, der angeklagte Ex-SPÖ-Bürgermeister der kleinen Gemeinde Pölfing-Brunn, sowie der aktuelle ÖVP-Ortschef und Zeuge Karl Michelitsch würdigten einander keines Blickes. Das erwartete Urteil gab es am Mittwoch noch nicht.

"Das Klima in der Gemeinde war damals schrecklich. Mitarbeiter wurden gemobbt, ich als Gemeindekassier wurde in den Sitzungen ignoriert und belächelt." Die Aussagen von Michelitsch werfen kein gutes Licht auf seinen angeklagten Vorgänger: "Mir wurden Unterlagen und Rechnungen vorenthalten. Ich war wohl der einzige Bürger, der im Gemeindeamt nichts kopieren durfte…"

Der Kritiker wurde angezeigt
Eskaliert ist die Situation 2008, als mit der Errichtung der Ferienanlage "Eden Resort" begonnen wurde, obwohl noch kein Baubescheid vorlag. Pölzl und seinem damaligen Stellvertreter wird in diesem Zusammenhang Amtsmissbrauch vorgeworfen: Bescheide wurden rückdatiert, einen Stopp der Bauarbeiten gab es trotz allem nicht.

Michelitsch hat die Missstände bereits damals angeprangert und im Gemeinderat von Amtsmissbrauch gesprochen. Doch die Pölzl-Partei SPÖ lenkte nicht ein, ganz im Gegenteil: Sie beschloss sogar, Michelitsch (ÖVP) wegen seiner scharfen Kritik bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen.

Nächster Akt in einer Woche
Das war ein Grund, warum Staatsanwältin Reingard Wagner am Mittwoch die Anklage gegen Pölzl in einigen Punkten verschärfte (und gleichzeitig gegen den mitangeklagten Ex-Vizebürgermeister entschärfte). Als Folge gab es gestern noch kein Urteil. Die Verhandlung wird am nächsten Donnerstag fortgesetzt.

Übrigens: Das "Eden Resort", das seit 2012 außer Betrieb ist, könnte bald wieder eine Pächter bekommen. Seit vergangener Woche gibt es eine Einigung, freut sich Bürgermeister Michelitsch.

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