Mo, 23. Oktober 2017

Parteitag auf Kuba

20.04.2016 12:54

Wehmütiger Abschied des greisen „Maximo Lider“

Kubas Kommunisten haben zum Abschluss ihres Parteitages Staatschef Raul Castro als Vorsitzenden bestätigt. Der 84-Jährige wurde am Dienstagabend wie erwartet als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei wiedergewählt. Ebenfalls im Plenum anwesend war der nur noch selten in der Öffentlichkeit auftretende ehemalige Präsident Fidel Castro. "Vielleicht ist es eines der letzten Male, dass ich in diesem Saal spreche", sagte der sehr gebrechlich wirkende 89-jährige "Maximo Lider" wehmütig.

Der Polit-Pensionist war beim Abschlusstreffen der wichtigsten politischen Versammlung Kubas von den mehr als 1000 Delegierten und Gästen mit Standing Ovations und "Fidel, Fidel"-Rufen empfangen worden. Seinem Bruder Raul dankte er für dessen "ausgezeichnete Leistungen" an der Spitze des Landes.

Fidel Castro hatte den Karibikstaat nach dem Sieg der Revolution von 1959 fast ein halbes Jahrhundert lang regiert. Unter seiner Führung wurde auf Kuba ein Einparteiensystem nach sowjetischem Vorbild aufgebaut. 2006 musste er krankheitsbedingt die Macht an Raul abgeben. Seitdem tritt der früher allgegenwärtige "Maximo Lider" fast nie mehr in der Öffentlichkeit auf.

Marktwirtschaftliche Reformen und Generationswechsel
Der Parteitag unterstützte wie erwartet den Kurs der Partei- und Staatsführung einstimmig. Demnach sollen die in den vergangenen Jahren angestoßenen marktwirtschaftlichen Reformen vertieft werden. Nach den Worten von Raul Castro soll in den nächsten fünf Jahren zudem langsam der Generationswechsel an der Spitze des Landes vollzogen werden.

Der aktuelle Parteitag war somit voraussichtlich der letzte, bei dem die historische Revolutionsgarde federführend mitwirkte. Bis zum nächsten Parteikongress im Jahr 2021 soll unter anderem eine Obergrenze von 60 Jahren für den Eintritt von neuen Mitgliedern in das Zentralkomitee eingeführt werden. Castro hatte bereits seinen Rücktritt als Staatschef für 2018 angekündigt.

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