So, 22. Oktober 2017

Do-it-yourself-Robo

20.04.2016 11:03

Software ermöglicht 3D-Druck von Robotern

Roboter zum selber Drucken: Forscher der ETH Zürich, Disney Research Zurich und der Carnegie Mellon Universität haben eine Software entwickelt, mit der selbst ungeübte Benutzer maßgeschneiderte Roboter-Kreaturen und deren Bewegungen am Bildschirm gestalten und die einzelnen Bauteile anschließend ausdrucken können. Dann brauche man nur noch Elektroantriebe für die Gelenke, eine Steuerungseinheit und eine Batterie - fertig sei der Roboter, so die ETH am Mittwoch in einer Mitteilung.

Die im Rahmen einer Doktorarbeit von Vittorio Megaro geschriebene Software beruht auf ähnlichen Werkzeugen wie die Animation digitaler Figuren. Zuerst bestimmt man demnach das Grundgerüst des Roboters, also die Anzahl der Extremitäten und der Elemente des Rückgrats, wobei sich die einzelnen Segmente beliebig verlängern bzw. verkürzen und durch Gelenke unterteilen lassen.

Anders als eine reine Animation folgen die simulierten Roboter-Bewegungen tatsächlich physikalischen Gesetzen, denn nicht in jeder digital möglichen Pose kann ein Roboter auch wirklich das Gleichgewicht halten. Außerdem berücksichtigt die Software das Tempo, das mit den benutzten Motoren möglich ist.

Baupläne für den 3D-Druck
Ist der Entwurf fertig, generiert das Programm automatisch dreidimensionale Baupläne für den 3D-Druck. Die Software kennt sogar die Standardgrößen kommerziell erhältlicher Antriebe und bietet dem Nutzer eine Auswahl, um die Verbindungsteile so zu gestalten, dass die Antriebe Platz haben.

Damit seine selbst-kreierten Roboter nachher auch stabil waren, musste Megaro jedoch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen: Am meisten ins Geld ging ein hochwertiger 3D-Druck der Bauteile, erklärte er in der Mitteilung. Elektroantriebe, Kabel, Batterie und Steuerungseinheit seien hingegen erschwinglich.

Roboter-Fans müssen sich gedulden
Bisher sei es sehr schwierig gewesen, eine Roboter-Kreatur von beliebigem Aussehen mit Beinen zu entwickeln, so ETH-Doktorand Megaro. Ein System, das diesen Prozess vereinfache und es selbst Laien ermögliche, ihre Kreatur nach eigenen Vorstellungen zu schaffen, habe es bislang nicht gegeben. "Diese Lücke konnten wir füllen."

Roboter-Fans müssen sich dennoch gedulden. Das Programm ist ein Prototyp, und die damit möglichen Entwürfe sind bisher bewusst einfach gehalten. Bis eine weiterentwickelte Version der Öffentlichkeit zur Verfügung steht - sollte es eine geben - könnte es noch dauern.

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