Fr, 24. November 2017

Institut rechnet vor

19.04.2016 07:11

Deutschland spart durch Grenzkontrollen Milliarden

Trotz massiven Widerstands aus Bayern könnte die deutsche Bundesregierung ab Mitte Mai die Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze wieder beenden. Doch möglicherweise schneidet sie sich damit ins eigene Fleisch. Laut Berechnungen des Ifo-Instituts kommen Deutschland die Grenzkontrollen im Schengenraum nämlich weitaus billiger als eine unkontrollierte Massenzuwanderung. "Im Vergleich zu den milliardenschweren Kosten der Flüchtlingskrise sind jene einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen sehr gering", sagte Studien-Mitautorin Jasmin Gröschl.

Einzig die deutsche Wirtschaftsleistung würde durch die Kontrollen auf den Flüchtlingsrouten über den Balkan oder Italien nach Österreich und Deutschland jährlich um bis zu fünf Milliarden Euro sinken. "Doch diese Einbußen sind vertretbar, denn allein für das Jahr 2016 werden die Kosten für Deutschland in der Flüchtlingskrise auf rund 21 Milliarden Euro geschätzt", rechnete Gröschl vor.

In dieselbe Kerbe schlug Professor Gabriel Felbermayr: "Die Kosten für Grenzkontrollen machen nur einen kleinen Teil jener Summen aus, die durch unkontrollierte Massenzuwanderung entstehen könnten."

Flüchtlingsstrom durch Grenzkontrollen eingedämmt
Seit der Schließung der Balkanroute kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland: Im März wurden nur noch 20.000 Zuwanderer registriert - im Dezember waren es sechsmal so viele gewesen. Angesichts der rückläufigen Flüchtlingszahlen liebäugelt Kanzlerin Angela Merkel mit einem baldigen Ende der Grenzkontrollen auf deutschem Gebiet. Möglich wäre ein Termin Mitte Mai. "Die Lage muss in den nächsten Wochen beobachtet werden", sagte Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere in der Vorwoche.

CSU will an Grenzkontrollen festhalten
Wenig erfreut zeigte sich darüber bislang die Schwesterpartei der Christdemokraten, die CSU. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer äußerte etwa die Meinung, dass Grenzkontrollen erst beendet werden könnten, wenn die EU-Außengrenzen wirksam kontrolliert würden.

Bayerns Finanzminister Markus Söder sagte Österreich bei den geplanten Grenzkontrollen am Brenner Unterstützung zu: "Die bayrische Staatsregierung prüft gerade, ob bayrische Beamte den österreichischen Kollegen bei den Kontrollen helfen können", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Auch Italien werde verstehen, dass das Durchwinken von Flüchtlingen kein politisches Konzept mehr sei.

Söder: "Brenner-Kontrollen vielleicht unvermeidlich"
Söder sagte, es könne sein, dass Grenzkontrollen am Brenner "unvermeidlich" würden. "Der Flüchtlingsstrom der Balkanroute ist dank nationaler Maßnahmen und Grenzkontrollen beendet worden. Das gleiche System muss jetzt für die Ausweichrouten angewendet werden", so der CSU-Politiker.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden