Di, 21. November 2017

Stadtgespräche

17.04.2016 20:29

In 14 Jahren 28.000 Einwohner in Hallein

40 Jahre jung ist er, der Hager-Wirt Roman Weißenbacher aus Hallein. Und er verrät uns sein Erfolgsrezept: Die Speisekarte verjüngt, feine Weine und edle Biere, Holztische, die echte Gemütlichkeit ausstrahlen.

17.800 Einwohner zählte Christian Stöckl, nunmehr Landesvize und Finanzreferent, als er 1999 die seit Ewigkeiten erzrote Stadt übernahm. Nachfolger Gerhard Anzengruber regiert heute für 21.000 und bei unserem Stadtgespräch im Hager-Wirt skizziert er die kleine Völkerwanderung, die da stattgefunden hat: Taxach-Rif zähle allein 4000 Menschen, vor allem junge Leute habe die Bezirkshauptstadt des Tennengaus angezogen, der Druck der hohen Mieten im Zentralraum hatte sich ein Ventil gesucht. Neun bis zehn Euro verlangen die Gemeinnützigen, zwei bis drei Euro müsse man bei den Privaten dazugeben und die Miete bei der alten Talstation der Seilbahn in den barrierefreien GSWB-Wohnungen sei mit 7,10 Euro wohlfeil.

Sanfte Entwicklung bis 2030
2030, so schätzt Gerhard Anzengruber, werde Hallein um die 28.000 Einwohner haben und er wünscht sich Studenten, junge Ehepaare mit Kindern und auch Senioren, welche das Stadtgefühl zwischen den historischen Häusern genießen können. Die sanfte Entwicklung könne im Bereich Burgfried und Griesrechen greifen. Aktive Fassaden, Balkone, Dachgeschoße. Das scheint auch das Hauptproblem im wunderbaren Zentrum zu sein, schildert "Alt-Bürgermeister" Christian Stöckl, wie er sich bei unserem Treffen bezeichnet: Elf Sudhäuser gab es im Mittelalter, die Sole leitete man vom Dürrnberg hinunter, bei den Bränden verwendete man das Wasser und die Luftfeuchte drang unbarmherzig ins Mauerwerk. Deshalb sind die Restaurierungen so aufwändig, aber Anzengruber und Stöckl nennen, geradezu hochachtungsvoll und mit Respekt, die Namen von Unternehmern und Investoren, die sich der Häuser im Zentrum angenommen haben, "zum Leben erweckt", sagt der Stadtchef. In zumindest 200 Wohnungen herrsche noch Leerbestand.

Sie wohnen in der entgegengesetzten Richtung: Stöckl in Rehhof, Anzengruber in Burgfried-Süd. Seit 20 Jahren ist dieser in der Kommunalpolitik, seit 2013 LH-Vize. Der Hochwasserschutz sei im Laufen, ungeheure Wassermassen strömten bei Unwettern vom Dürrnberg binnen Minuten ins Tal. Der Supermarkt auf der Pernerinsel werde umgestaltet, die Festspielstätte sei gesichert, vier Monate heuer und sechs Monate 2017 werde man die Pflasterarbeiten im Zentrum erdulden müssen, doch es gab keinen Flop wie in Salzburg, alles habe man genau überprüft. Pfannhauser- und Pflegerplatz werden gestaltet. Ein Viertelstündchen benötige die S-Bahn bis in die Landeshauptstadt. Ein Gewitter zieht auf. Die Politiker laufen zu ihren Autos. Und fahren jeder in die andere Richtung, nach Hause.

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