So, 25. Februar 2018

Süßer Genuss

22.04.2016 16:30

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Cremig, zart schmelzend, heiß, scharf oder milchig: Das braune Gold der Azteken gilt als DIE Droge aller Naschkatzen. Warum Schokoholics das Glücksgefühl verinnerlicht haben und schlechtes Gewissen unangebracht ist.

Zuerst war alles nur bitter: Die Olmeken benutzten bereits 100 v. Chr. ein Wort für Kakao, ursprünglich "kakawa" ausgesprochen. Damit und durch Funde von Theobromin auf Tonscherben konnte nachgewiesen werden, dass den Indianern aus dem Tiefland der mexikanischen Golfküste der Genuss der braunen Bohne bereits bekannt war, aber in ganz anderer Form als heute. Sie dürften zunächst nur das Fleisch der Kakaofrucht, zu Alkohol vergoren, verwendet haben. Das bittere Getränk war Königen und Kriegern vorbehalten. Bei den Maya und Azteken wurde Kakao als Zahlungsmittel verwendet. Und mit Wasser angerührt.

Gute Schokolade aus fairem Anbau hat immer noch seinen Preis, aber hätten Sie gedacht, dass man im Jahr 1545 in der Zeit der spanischen Herrschaft 200 Kakaobohnen für einen einzigen Truthahn hinlegen musste? Am spanischen Hof eroberte die - bis dahin gallbittere - Trinkschokolade erst Mitte des 16. Jahrhunderts die Sinne des Hochadels, und zwar als dafür statt Wasser Milch verwendet und mit Honig oder Rohrzucker und verschiedenen Gewürzen verfeinert wurde. Der Rest ist süße Geschichte

Schokolade macht nicht dick!
Wie lässt sich das "braune Gold" nun aber am besten genießen? Auf jeden Fall sollten Sie es langsam angehen. Wer beißt und schlingt, bringt sich um die Vielfalt der Geschmäcker, die sich beim Schmelzen im Mund erst so nach und nach entwickeln. Brechen Sie ein Stück der Tafel herunter und lassen Sie es langsam auf der Zunge zergehen. Halten Sie kurz den Atem an, um beim Luftholen das volle Aroma zu bekommen - es verbergen sich bis zu 600 verschiedene Komponenten darin! Ideale Temperatur: 20 bis 23 Grad Zimmerwärme. Schokokenner degustieren ihre Lieblingssorten gegen 11 Uhr vormittags und 18 Uhr am Nachmittag, weil die Sinne dann besonders geschärft sind. Na, da kann man nur sagen: Augen zu und durch!

Die Liebe zur süßen Verführung macht übrigens nicht automatisch dick, sondern glücklich und zufrieden. Denn: Genießer haben in Gegensatz zu "Schlingern" weniger Risiko für Übergewicht, dafür aber viel mehr Spaß beim Essen. Verbote haben sowieso den gegenteiligen Effekt: Wer sich dem Objekt der Begierde durch Kasteiung entziehen möchte, wird ganz besonders davon angezogen. Denn "süß" liegt uns im Blut, wir saugen das wohlige Gefühl, das dieser Geschmack mit sich bringt, sozusagen schon mit der Muttermilch ein. Bis zu 200 verschiedene Arten von Mehrfachzucker befinden sich darin.

Schokolade macht glücklich!
Zudem signalisiert Süße dem Gehirn, dass wir es hier nicht mit einem giftigen Lebensmittel zu tun haben. Das ist eine Information, die ohne Übertreibung als lebensrettend bezeichnet werden darf - zumindest bei unseren Vorfahren, die noch keine Verpackungsinformation kannten. Wunderbar auch, wie ein genussvoller Biss in eine Schokorippe schon unzählige stressgeladene Alltagsmomente entschärft hat - etwa nach dem Beziehungsstreit, einer misslungenen Präsentation oder dem Versuch, vernünftig mit einem pubertierenden Teenager zu diskutieren.

Denn einige Inhaltstoffe wie Theobromin (ein Pflanzenstoff, der das zentrale Nervensystem stimuliert), Koffein, Anadamid und Phenylethylamin (finden sich auch in Haschisch und Morphium) könnte man an sich schon als Glückspille bezeichnen, auf den puren Schokogenuss an sich (Fett und Zucker) spricht aber vor allem das Gefühls- und Belohnungszentrum im Gehirn an. Dass diese Substanzen nur in Spuren nachweisbar sind, soll die Lust am zarten Schmelz nicht schmälern. Auch als Placebo hält Schokolade, was sie verspricht. Sinnesfreude pur…

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