Mi, 22. November 2017

Angriff simuliert?

13.04.2016 21:45

Ostsee: Russische Kampfjets überfliegen US-Schiff

Russische Kampfflugzeuge haben nach US-Angaben simulierte Angriffe in der Nähe eines amerikanischen Kriegsschiffes in der Ostsee geflogen. Am Montag und Dienstag seien Su-24-Jets wiederholt auf einige Hundert Meter an den Lenkwaffenzerstörer "Donald Cook" herangeflogen, sagte am Mittwoch ein US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Am Dienstag seien die offenbar unbewaffneten Flugzeuge dabei so nahe gewesen, dass sie Wellenschlag erzeugt hätten.

Anschließend sei ein russischer Ka-27-Hubschrauber wiederholt vorbeigeflogen und habe Fotos aufgenommen. Auf Funksprüche der Amerikaner hätten die Piloten nicht reagiert. Der Kapitän der "Donald Cook" habe das Vorgehen als "gefährlich und unprofessionell" beschrieben. Das US-Militär prüfe den Vorgang. Es habe sich um einen der aggressivsten Vorfälle in jüngster Zeit gehandelt.

US-Zerstörer war in internationalen Gewässern unterwegs
Die Besatzung der "Donald Cook" hatte am Montag einen Besuch in Polen beendet und war den Informationen zufolge während der Zwischenfälle in internationalen Gewässern in fast 130 Kilometern Entfernung zur nächsten russischen Küste vor der Exklave Kaliningrad unterwegs.

Die Beziehungen zwischen der NATO und Russland sind angespannt. Das westliche Bündnis will seine Präsenz in Osteuropa so stark wie nie seit Ende des Kalten Kriegs ausbauen, um Russland von einem Angriff auf die östlichen Bündnispartner abzuschrecken. Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben die NATO um die Stationierung je eines Bataillons - etwa 300 bis 800 Soldaten - auf ihren Staatsgebieten gebeten. Sie werfen Russland ein zunehmend aggressives Verhalten vor. Die Regierung in Moskau weist Angriffspläne zurück.

NATO-Russland-Rat tagt wieder
Zuletzt gab es aber auch versöhnliche Töne zwischen den geostrategischen Kontrahenten. So soll der NATO-Russland-Rat nach fast zweijähriger Funkstille seine Arbeit wieder aufnehmen. Der Rat werde am 20. April wieder tagen, sagte eine Sprecherin des Bündnisses der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Bei dem Treffen soll unter anderem über den Ukraine-Konflikt sowie die Lage in Syrien und Afghanistan gesprochen werden.

Moskau erwartet "keinerlei Durchbruch"
Allerdings gibt sich Moskau sehr skeptisch, was eine Wiederannäherung betrifft. Der russische Botschafter bei der NATO, Alexander Gruschko, sagte, man werde die kommende Sitzung abwarten und dann sehen, ob sich weitere Treffen lohnen. "Ich erwarte keinerlei Durchbruch", sagte er vor wenigen Tagen gegenüber der Agentur Tass.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden