Di, 20. Februar 2018

Reportage

13.04.2016 10:00

Mitten im Dorfleben

Gehwege kehren, Müll sammeln, Fußball spielen: Die Gemeinde Patsch zeigt, wie die Integration von Asylwerbern in schwierigen Zeiten wie diesen gut funktionieren kann…

Mit der vernünftigen Unterbringung von Flüchtlingen ist es in Tirol so eine Sache. Im Großraum Innsbruck vermehrt sich tagtäglich der Widerstand gegen Massenquartiere wie Traglufthallen, gleichzeitig gibt es hierzulande immer noch an die 170 Gemeinden, die keine Asylwerber bei sich aufgenommen haben.

Auch ein erst wenige Wochen altes Baby ist dabei

Dass es und vor allem wie es funktionieren kann, zeigt die Gemeinde Patsch. Im rund 1000 Einwohner zählenden Mittelgebirgs-Ort sind seit Anfang März in einem ehemaligen Gasthof Asylwerber untergebracht. "Aktuell sind es zehn - sechs Männer, drei Frauen und ein erst wenige Wochen altes Baby", erklärt Bürgermeister Andreas Danler. Maximal 15 werde die Gemeinde aufnehmen, damit hätte man die vom Bund geforderte 1,5-Prozent-Quote erfüllt.

Auf sich alleine gestellt sind die Flüchtlinge in Patsch nicht - ganz im Gegenteil! Sie werden aktiv ins Dorfleben mit eingebunden und zum fleißigen Mithelfen animiert. "Es ist nicht nur toll, dass Österreich den Asylwerbern hilft, sondern auch, dass die Asylwerber uns helfen", lautet die Devise von Dorfchef Danler.

Mit Volksschülern wurde fleißig Müll gesammelt

So schnappten sich etwa der 17-jährige Afghane Abul Fazel und Mohammad (30) aus dem Iran gemeinsam mit Kindern der Volksschule "Müllzangen" und machten sich auf zur Dorf- und Flurreinigung. Und das machte nicht nur den Kleinen Spaß. "Die Leute sind so nett hier. Ich bin froh, dass wir helfen können und dabei gleichzeitig eine sinnvolle Beschäftigung haben", freut sich Abul Fazel, der seit sechs Monaten in Österreich ist.

Internationales Flair am Patscher Fußballplatz

Der junge Afghane und sein Landsmann Hassan dürfen etwa auch beim örtlichen Fußballclub ihre Dribbel-Künste unter Beweis stellen und bei der Mannschaft mittrainieren. "Ich spiele noch nicht so gut. Aber wenn ich weiter hart an mir arbeite, dann wird das sicher noch", ist Abul Fazel überzeugt.

"Asylwerber aus Anonymität holen"

Für Bürgermeister Danler ist es wichtig, dass die Asylwerber aus der "Anonymität" geholt werden und ins gemeinschaftliche Dorfleben mit eingebunden werden. Nur so könne man Ängsten und Misstrauen erfolgreich entgegenwirken.

Ein Bestreben, von dem sich zahlreiche heimische Gemeinden eine Scheibe abschneiden könnten…

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