Sa, 18. November 2017

Mit Top-Söldner

12.04.2016 17:37

Stadt Wien an Bau von Kampfflugzeugen beteiligt

Im Fall um den US-Unternehmner Erik Prince, der in Wiener Neustadt eine private Luftwaffe zimmern ließ, ist um eine brisante Facette reicher! So war auch die Stadt Wien am Umbau der Flugzeuge durch die österreichische Firma Airborne Technologies beteiligt - wenn auch über Umwege, wie das Nachrichtenmagazin "Vice" am Dienstag berichtete.

Prince, Gründer der berüchtigten Söldnerfirma Blackwater, hatte 2014 in Wiener Neustadt unter dem Auftragsnamen "Project Mike" zwei Thrush-510-Agrarflugzeuge durch die Firma Airborne Technologies zu voll ausgerüsteten Kampfflugzeugen umbauen lassen. Eigentlich sind die Propellermaschinen zur Schädlingsbekämpfung gedacht, nach dem Umbau sollen sie aber in der Lage gewesen sein, Ziele auszuspionieren, diese mit Gewehrfeuer zu attackieren oder zu bombardieren.

Wie "Vice" berichtet, ist Prince selbst an Airborne Technologies mit über 25 Prozent beteiligt. Weit interessanter ist aber die Tatsache, dass sich mit 51,43 und 23,57 Prozent fast drei Viertel der gesamten Anteile auf ein Konsortium rund um den ehemaligen SPÖ-Finanzminister Andreas Staribacher und die Athena Wien Beteiligungen AG zerstreuen.

Wirtschaftsagentur bestätigt Beteiligung an Athena AG
Mit der Wirtschaftsagentur Wien hält wiederum ein Fonds der Stadt Wien Anteile an der Athena Wien Beteiligungen AG, wie deren Pressesprecherin Ursula Kainz am Dienstagmorgen gegenüber "Vice" bestätigte: "Ja, die Wirtschaftsagentur ist mit 15 Prozent an der Athena AG beteiligt." Man habe die Geschäftsführung der Athena Wien AG um ein Statement zu Airborne ersucht, hieß es weiter.

Airborne Technologies ist eigentlich auf die Ausstattung von Flugzeugen mit Überwachungskameras spezialisiert, doch bei "Project Mike" ging es darum, die harmlos wirkenden Agrarflugzeuge zu Kampffliegern umzurüsten - natürlich unter strengster Geheimhaltung, wie die Aufdeckerplattform "The Intercept" berichtete. So wurde Prince nur als "Echo Papa" bezeichnet, die Mechaniker und Ingenieure wurden angehalten, in Diskussionen zur Modifizierung und Bewaffnung der Flugzeuge Codewörter wie "aeromagnetisch" und "Sensor" zu verwenden.

Airborne beteuerte in einer Stellungnahme für "Intercept", "allen relevanten und anwendbaren Exportbeschränkungen und Regulierungen Folge geleistet" zu haben. Man habe sich an alle Gesetze gehalten. Zudem enthalte der Artikel der Aufdeckerplattform eine Vielzahl an Unwahrheiten und falschen Informationen. Peter Pilz, Sicherheitssprecher der Grünen, der die Unterlagen von "The Intercept" erhalten hatte, kündigte eine Untersuchung in Österreich an.

Blackwater: Berüchtigter Söldner-Dienstleister
Das von Erik Prince gegründete Unternehmen Blackwater war ein militärischer Dienstleister, der unter anderem während des Einsatzes von US-Truppen im Irak tätig war. Vor rund einem Jahr wurden vier ehemalige Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma zu Haftstrafen im Zusammenhang mit einem Blutbad in Bagdad mit bis zu 17 Toten im Jahr 2007 verurteilt. Sie hatten damals willkürlich in die Menge gefeuert.

Video: Hier hebt eine Thrush 510 ab

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden