Do, 23. November 2017

In Salzburg in Haft

11.04.2016 08:54

Dschihadist (34) soll „Mumbai-Bomber“ sein

Einer der seit Ende des Vorjahres in Salzburger Untersuchungshaft sitzenden Dschihadisten war möglicherweise schon am Terrorangriff im indischen Mumbai vor acht Jahren beteiligt. Muhammad Ghani U. (34) sei ein "Bombenbau-Veteran für die pakistanische Terrororganisation Lashkar-e-Taiba", die hinter den Mumbai-Anschlägen vermutet wird, berichtete die Londoner "Sunday Times".

Bei der Anschlagsserie in der indischen Finanzmetropole am 28. November 2008 waren 166 Menschen ums Leben gekommen. Der Pakistani gehöre mittlerweile zu einem "Kampfteam" der Terrororganisation Islamischer Staat, das im vergangenen Herbst zur Verübung von Anschlägen nach Europa geschickt worden sei, hieß es in der "Sunday Times" weiter. "Dutzende" der IS-Kämpfer seien immer noch auf freiem Fuß, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Kreise im Umfeld der Terrorermittler. Demnach könnte es weiter "große" Anschläge auf europäische Staaten geben.

Als Flüchtlinge getarnt nach Salzburg
U. und ein algerischer IS-Kämpfer namens Adel H. (28) waren im Dezember in Salzburg verhaftet worden, nachdem sie dort um Asyl angesucht hatten. Justizminister Wolfgang Brandstetter sagte nach den Brüsseler Anschlägen vom 22. März, dass die beiden "verdächtigt werden, auch konkrete Kontakte zu dem Netzwerk, das wahrscheinlich für die Anschläge hier und in Paris verantwortlich ist, gehabt zu haben". Bei den Anschlägen auf den Flughafen und die U-Bahn von Brüssel am 22. März waren 32 Menschen gestorben, die Terrorserie von Paris am 13. November des Vorjahres kostete 130 Menschen das Leben.

Die Salzburger Staatsanwaltschaft war noch nicht für eine Stellungnahme zum "Sunday-Times"-Bericht erreichbar. Bisher hatte es auf Anfragen zur Causa regelmäßig geheißen, es handle sich um eine Verschlusssache. Allerdings dementierte die Behörde im Februar Medienberichte, wonach die beiden Inhaftierten in Bezug auf ihre Kontakte zu den Pariser Selbstmordattentätern geständig seien.

Nach kurzer Haft in Griechenland freigelassen
Der Pakistani und der Algerier sollen am 3. Oktober mit dem gleichen Boot auf der griechischen Insel Leros eingetroffen sein wie zwei der Pariser Selbstmordattentäter (Decknamen Ahmad al-Mohammed und Mohammad al-Mahmoud). U. und H. seien unter den gefälschten Namen Faycal Alaifan und Fozi Brahi unterwegs gewesen, schrieb die "Sunday Times". Die griechische Polizei habe sie festgenommen, weil ihre Reisedokumente in einer Datenbank mit rund 4000 vom IS gestohlenen Reisepässen aufschienen. Ende Oktober seien sie freigelassen worden und hätten ihre Reise in Richtung Mitteleuropa fortsetzen können.

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