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11.04.2016 11:15

Mazda macht MX-5 zum Cup-Rennwagen - für jeden!

Soll man Mazda MX-5 nun knuddeln, weil er so goldig aussieht, oder sich auf ihm rekeln, weil er so heiß ist? Mazda baut die vierte Auflage des erfolgreichsten Roadsters aller Zeiten mit viel Aufwand zu einem veritablen Rennwagen um. Bei uns wird der zwar nicht verkauft, aber das brandneue Renn- und Spaß-Programm "Friends of MX-5" bietet jedem die Chance, damit ernsthafte Rennen zu fahren. Und auch besondere Erlebnisse darüber hinaus.

Das Knuddeln lassen wir besser beim fahrdynamisch auch schon nicht faden Serienmodell (das übrigens gerade zum World Car of the Year gewählt wurde), denn die Cup-Version ist dafür ein viel zu ernsthafter Rennwagen. Die Rennauspuffanlage macht das schon akustisch klar:

Aber der Sound ist beileibe nicht alles, es geht hier nicht um Show, sondern um Rennsport. Ein massiver Überrollkäfig schützt nicht nur den Fahrer im Falle des Falles, sondern sorgt auch gemeinsam mit der Domstrebe im Motorraum für die notwendige Steifigkeit des Chassis. Das Fahrwerk ist einstellbar, die Felgen und Reifen eigens angefertigt, die Bremsen stammen von Brembo (in den USA auch als Extra für das Serienfahrzeug erhältlich), das Interieur ist natürlich komplett adaptiert, inklusive Rennsitz samt Hosenträgergurten. Mazdas Chef-Renningenieur Chad Boyd erklärt die wichtigsten Änderungen im Vergleich zum Serien-MX-5:

Motor und Getriebe sind im Wesentlichen serienmäßig und versiegelt, werden aber durch zwei Ölkühler ergänzt, Wasserkühler und Leitungen sind geändert. Auf ein sequentielles Getriebe hat man aus Kostengründen verzichtet, das Auto soll leistbar bleiben.

Angesichts 200 Stunden Umbauzeit scheint es, als würde der Hersteller bei jedem Exemplar draufzahlen: 53.000 Dollar kostet der fertige Cup-Racer. In den USA ist der Cup-MX-5 erhältlich, dort hat der Mazda-Roadster auch eine lange Tradition im Rennsport. Zwei Drittel aller in den USA eingesetzten Rennwagen sind Mazda Miata (so heißt der MX-5 dort).

Fahreindruck mit dem Cup-MX-5
Der Sport fängt für mich schon beim Einsteigen an, denn der ohnehin schon kleine MX-5 wird durch Überrollkäfig und Verstrebungen erst richtig eng. Auch der Helm auf dem Kopf macht es nicht leichter. Gut, dass ich Hilfe beim Anlegen des fünfteiligen Sicherheitsgurtes bekomme, dann geht es los auf einige Proberunden. Schon der Sound macht Gänsehaut - Wahnsinn, dass das der serienmäßige Zweiliter-Vierzylinder-Motor ist. Der Auspuff ist natürlich nicht Serie, daher der Sound. Und wohl auch ein paar PS extra (Serie: 160 PS). Mein einziges Problem: Ich kann wegen meiner Größe kaum den Kopf drehen, weil die Kombination Helm/Überrollkäfig die Bewegungsfreiheit einschränkt.

Kein Wunder, dass sie das Seriengetriebe drin lassen, es schaltet sich perfekt, kurz und knackig. Die Bremsen packen brutal zu, mit der Lenkung kann ich ideal korrigieren, die speziellen Räder und das spezielle Fahrwerk geben dem Kleinen ein unbestechliches Fahrverhalten. Zwar dürfen wir Journalisten nur hinter einem Führungsfahrzeug herfahren, doch eine wirklich schnelle, aber entspannte Runde auf dem Beifahrersitz von Ex-Formel-1-Fahrer Johnny Herbert (der 1991 auf Mazda die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat) auf dem hügeligen Kurs von Castellolí nahe Barcelona bestätigt meinen Eindruck:

So haben Sie die Chance auf ein Cockpit im Cup-MX-5
Alles läuft hinaus auf das große Finale in Laguna Seca im September, für das man sich auf unterschiedliche Weise qualifizieren kann. Anders als etwa in den USA, wo das über reale Rennserien funktioniert, führt der Weg bei uns in Europa über das sogenannte iRacing, also Fahrten im Online-Simulator. Diesen virtuellen Rennsport betreiben in Europa rund 60.000 Leute. Die Software macht einen sehr realistischen Fahreindruck möglich, von Spielzeug kann man da kaum sprechen. Und vor allem das Ziel ist echt: Die Teilnehmer, die die drei besten Zeiten herausfahren, kommen eine Runde weiter.

Wer zu Hause keinen Simulator hat, kommt einfach zum MX-5-Clubtreffen in Schladming (2. bis 5. Juni), wo eigens iRacing-Simulatoren für die Qualifikation aufgestellt werden (oder zu einer anderen Mazda-Veranstaltung). Zu den drei iRacing-Champions gesellt sich (aus österreichischer Sicht) noch der beste MX-5-Fahrer des Drift-Challenge-Austria-Wertungslaufes vom 29 Mai in Lang Lebring. Insgesamt reisen 20 europäische Teilnehmer zum Europa-Casting der 20 besten MX-5-Rookies, das von 1. bis 4. Juli in Barcelona stattfindet. Dort trainieren sie im Global-Cup-MX-5, machen ihre Rennlizenz und machen auf der Strecke die fünf Besten aus, die dann in Laguna Seca beim Global MX-5 Cup Finale antreten.

Was "Friends of MX-5" sonst noch ist
Vordergründig sieht das Ganze nach einer großen Rennveranstaltung aus. Tatsächlich handelt es sich um ein Kundenbindungsprogramm, mit dem Mazda seinen Kunden (und auch Nicht-Kunden) Erlebnisse ermöglichen will, die man sonst nicht um viel Geld kaufen kann. Das kann vom Treffen mit den besten Deejays der Welt bis zum exklusiven Chat mit MX-5-Mastermind Nobuhiro Yamamoto (der übrigens ein höchst angenehmer und kompetenter Zeitgenosse ist). Was genau alles angeboten wird, soll sich in nächster Zeit entwickeln. "Nur unsere Kreativität begrenzt unsere Träume", heißt es dazu bei Mazda, wo man auch für Anregungen und eben solche Träume offen ist.

Das es hierbei überall um Spaß geht, ist kein Wunder - das ist das Konzept des Mazda MX-5. Oberste Priorität in der Entwicklung hatte der pure Fahrspaß, wie mir Yamamoto San beim Abendessen im Mazda Space in Barcelona erklärt hat. Zwar war der Porsche Boxster eine Benchmark, was die Fahrdynamik betrifft, aber nicht hinsichtlich Motorleistung oder Beschleunigung. "Es geht immer um den Fahrer, nicht um das Fahrzeug. Nicht das Auto mit der beste Rundenzeit ist das beste, sondern das, welches den reinsten Fahrspaß bietet."

Und das kann der MX-5 unbestritten. Als Serienfahrzeug - aber auch als Cup-Racer. Bleibt nur zu hoffen, dass der auch bald bei uns auf den Markt kommt.

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