Sa, 16. Dezember 2017

Oswald-Nachfolger

07.04.2016 12:06

Peter Löscher wird neuer OMV-Aufsichtsratschef

Der Nachfolger des überraschend zurückgetretenen OMV-Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Oswald steht fest. Am Tag der Hauptversammlung am 18. Mai wird der gebürtige Kärntner und frühere Siemens-Konzernchef Peter Löscher an die Spitze des Aufsichtsgremiums des heimischen Ölkonzerns treten, hieß es am Donnerstag.

Der 58-jährige Löscher war von 2007 bis Juli 2013 Vorstandschef des deutschen Siemens-Konzerns und ist derzeit bei der Schweizer Renova-Holding des russischen Oligarchen Viktor Vekselberg tätig. Dort soll Löscher seinen Chefposten laut internationalen Medienberichten erst jüngst losgeworden und zum Vice-Chairman, also stellvertretenden Aufsichtsratschef, "degradiert" worden sein.

Für den ebenfalls als OMV-Aufsichtsratsmitglied abtretenden Allianz-Österreich-Chef Wolfram Littich soll Ex-OMV-Vorstand Marc Hall in das Gremium einziehen. Der gebürtige Brite war zuletzt Vorstand der Wiener Stadtwerke. Zudem legt Herbert Stepic, Ex-Chef der Raiffeisen Bank International, sein Aufsichtsratsmandat zurück - ihm soll der Energieexperte Univ.-Prof. Karl Rose von der TU Graz nachfolgen.

"Langjährige Erfahrung, internationale Reputation"
Das dafür zuständige Nominierungskomitee der Staatsholding ÖBIB schlug am Donnerstag neben Löscher Hall und Rose für den Aufsichtsrat vor. Staatssekretär Harald Mahrer als Vorsitzender des Komitees sowie Kanzleramtsstaatssekretärin Sonja Steßl als Vize-Vorsitzende hoben die "langjährige Managementerfahrung und höchste internationale Reputation" dieser Personen hervor. Einen neuen Vorsitzenden bestimmen Aufsichtsräte üblicherweise in ihrer konstituierenden Sitzung selbst.

Der WU-Wien-Absolvent Löscher ist zurzeit auch Verwaltungsratspräsident der Sulzer AG und Mitglied des Deutsche-Bank-Aufsichtsrats. Hall war nach OMV und RWE Gas auch bei Bayerngas tätig, bis Ende des Vorjahres war er Vorstandsdirektor der Wiener Stadtwerke Holding AG. Rose, Absolvent der Leobener Montanuni, war 15 Jahre für Royal Dutch Shell tätig gewesen und lehrt an der Uni Graz strategisches Management und angewandte Betriebswirtschaft. Die ÖBIB ist zu 31,5 Prozent an der OMV beteiligt.

Oswald Anfang März überraschend abgetreten
Oswald, Chef des Papierkonzerns Mondi Europe & International, hatte Anfang März seinen Abgang als OMV-Aufsichtsratsvorsitzender damit begründet, dass sich die zeitlichen Anforderungen sowohl bei Mondi als auch bei der OMV in den vergangenen Monaten signifikant erhöht hätten, er aber bei seiner Arbeitsqualität keine Abstriche machen wolle. Der Rückzug Oswalds - und damit auch der Wechsel zu seinem Nachfolger - fällt bei der OMV angesichts des tiefen Ölpreises und der neuen strategischen Ausrichtung in eine spannende Zeit.

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