Sa, 24. Februar 2018

"Krone"-Serie

06.04.2016 10:45

China schaut nach Graz

Da haben wir in der Steiermark ein Juwel, um das uns die halbe Welt beneidet. Das Grazer Kompetenzzentrum für Altersmedizin und Pflege, kurz GGZ, genießt den Ruf, auf seine Art einzigartig zu sein. Jetzt will sogar China im Bereich der Altenpflege – und da gibt’s im Reich der Mitte gewaltigen Aufholbedarf – mit den Steirern kooperieren. Gerd Hartinger, Chef der Institution, trifft in Nanjing und Shanghai mögliche Partner.

Auf den Punkt gebracht: Die chinesische Gesellschaft steht durch eine dramatische Altersentwicklung vor großen Herausforderungen und braucht dringend fachliches Know-how. Denn auch im Milliardenreich haben die modernen Zeiten Einzug gehalten. Dass sich Pflege ausschließlich im Familienkreis abspielt, ist auch hier nicht mehr die Regel. Ein paar Zahlen, um das zu illustrieren: Bei einer Gesamtbevölkerung von aktuell 1,38 Milliarden sind elf Prozent über 60, das wären knapp 152 Millionen Menschen. Dieser Anteil wird bis 2020 auf 17 Prozent steigen. Mehr als 80 Millionen Menschen sind über 80, 70 Millionen wiederum hochbetagt, älter als 89. Und da kommen die Gesundheitszentren ins Spiel. Regierungsstellen, Universitäten und  Privatinvestoren haben bereits angeklopft, zeigen großes Interesse an den Erfahrungen der Steirer. Und waren auch schon in Graz auf Lokalaugenschein. Kann man schon ein bissl stolz darauf sein, dass eine Weltmacht wie China begehrliche Blicke auf steirische Entwicklungen macht.

Fachlich und menschlich

Gerd Hartinger, engagierter GGZ-Chef, sieht weitreichende mögliche Kooperationen in den Sektoren Bau und Architektur von Pflegeeinrichtungen, beim Pflegemanagement, bei Altersmedizin, im Bereich Forschung.  Und vor allem auch im Ausbildungsbereich, da sind wir in der Steiermark, wenn man so will, weltweit führend. Eigentlich durch ein einfaches Prinzip. Fachliche Kompetenz und vor allem menschliche...

„Das erfolgreiche System der Grazer Geriatrischen Gesundheitszentren mit Chinas nationalen Gegebenheiten zu kombinieren, das wird eine spannende Herausforderung“, ist Hartinger überzeugt. Ganz konkret wird es in Nanjing und der Hauptstadt Peking Projekte geben. Bei einer Vertragsunterzeichnung mit dem Vizegouverneur der Provinz Jiangsu, Zhang Lei, immerhin 80 Millionen Einwohner, betonte Landesrat Christopher Drexler, (in der Steiermark auch für Pflege zuständig), „dass, wie eine Gesellschaft mit ihren pflegebedürftigen und älteren Menschen umgeht, viel über ihre Qualität aussagt...“

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