Fr, 23. Februar 2018

"Krone"-Serie

06.04.2016 10:40

Steirer-Delegation in China

Go East! Die Grazer Uni ist weltweit gut unterwegs. 500 Partner-Unis gibt es, neben der traditionellen Schwerpunktregion Südosteuropa werden die Kontakte nach China immer bedeutender. Aktuell sind Rektorin Christa Neuper und die FH-Joanneum-Chefs Karl Pfeiffer und Günter Riegler mit Wissenschafts-Landesrat Christopher Drexler in Fernost unterwegs, um dem Netzwerk Schub zu geben.

Erste Station die Provinz Jiangsu (knapp 80 Millionen Einwohner) mit ihrer Hauptstadt Nanjing (3,6 Millionen). Das „Graz Schumpeter Centre“ – Namensgeber ist der berühmte Sozialwissenschafter Joseph Alois Schumpeter, der von 1911 bis 1921 an der Uni Graz tätig war – hat schon 2014 eine Kooperation mit dem Sino Austria Schumpeter Innovation Centre an der Nanjing Universität geschlossen. Der Schulterschluss der beiden Zentren umfasst unter anderem die Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, den gegenseitigen Austausch von Wissenschaftern sowie die Organisation gemeinsamer Konferenzen. Im Rahmen des Besuchs wird die Zusammenarbeit weiter vertieft.Sprachzentrum JiangsuNächster Stopp, die Jiangsu Universität. Im Rahmen der Kooperation wurde die Errichtung eines chinesisch-deutschen Sprach- und Kulturzentrums vereinbart, das Rektorin Neuper 2013 eröffnete. Die erste Projektphase ist nunmehr abgeschlossen, und im Zuge des aktuellen Besuchs wird mit den Partnern die Umsetzung des nächsten Meilensteins diskutiert, etwa die Entsendung von Lehrenden an das Sprach- und Kulturzentrum.

Die Jiangsu-Uni ist zugleich Partner-Universität des Konfuzius-Instituts an der Uni Graz. Das 2010 als zweites in Österreich gegründete Institut bündelt sämtliche Aktivitäten mit China. Shanghai-JuristereiDie Rechtswissenschaftliche Fakultät der Uni Graz hat 2014 neben einer Partnerschaft mit der Hauptstadt-Uni in Peking auch eine Kooperationsvereinbarung mit der „East China University of Political Science and Law“ in Shanghai unterzeichnet. Eines der Ziele ist es, die Mobilität von Studierenden zu fördern. Aktuell sind etwa 20 Studierende mit chinesischer Nationalität an der Uni Graz inskribiert.

Forschungskooperation

In Zukunft wird die Forschungskooperation ausgebaut, ein gemeinsames „Center for Advanced Studies in Chinese-European Legal Governance and Politics“ soll eingerichtet werden. Dazu wird ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, in dessen Rahmen gemeinsame Forschungsprojekte entwickelt werden sollen. Für die Rechtswissenschaftliche Fakultät bedeutet die Kooperation in Zeiten der Globalisierung und Transnationalisierung des Rechts eine wichtige Erweiterung der internationalen Forschungsaktivitäten. Länder und Regionen in Transformationsprozessen, wie Südosteuropa, Russland, der Kaukasus oder die Türkei, sind seit vielen Jahren rechts- und politikwissenschaftliche Forschungsschwerpunkte der Fakultät.

In Shanghai pflegt die Uni Graz zudem eine enge Verbindung zu ihren dort tätigen Absolventen. 2014 wurde mit der Technischen Universität Graz ein gemeinsamer Absolventen-Verein eingerichtet. Man muss es sich einmal vorstellen: In China gibt es mehr als 2400 Unis, bis zum Jahr 2020 – so will es das Bildungsministerium – müssen 600 umstrukturiert werden. Viele würden sich gerne in Richtung unserer FH verändern, also ihre Institutionen mit praxisorientierten Lehrinhalten ergänzen. Know-how, das unsere Fachhochschule Joanneum reichlich einbringen kann.

Deshalb sind die Geschäftsführer Karl Peter Pfeiffer (Wissenschaft) und Günter Riegler (Wirtschaft) vor Ort, um mit dem Jingjiang College, einem Teil der Uni Jiangsu, an der immerhin 33.000 Studenten inskribiert sind, über Kooperationen zu verhandeln. Unterschrieben wurde auf jeden Fall eine Absichtserklärung, die akademischen Austausch und Wissenstransfer sowie die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie anstrebt. Die FH Joanneum hat in Sachen Managementexport reichlich Erfahrung. In Europa ist man exzellent vernetzt, aber auch die Hochschulen in Kolumbien, der Ukraine und Jordanien setzen auf das Know-how aus der Steiermark.

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