Mi, 18. Oktober 2017

US-Vorwahlen

06.04.2016 13:35

Schlappen für Trump und Clinton in Wisconsin

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner hat der schärfste Widersacher von Milliardär Donald Trump am Dienstag im US-Bundesstaat Wisconsin einen überragenden Sieg eingefahren: Ted Cruz, der erzkonservative Senator von Texas, lag nach Auszählung fast aller Stimmen mit 48 Prozent weit vor Trump mit 35 Prozent. Bei den Demokraten gewann Bernie Sanders deutlich gegen Hillary Clinton: Er erreichte 56 Prozent der Stimmen, die favorisierte Ex-Außenministerin 43 Prozent.

Trumps deutliche Niederlage nährt bei seinen Gegnern die Hoffnung, dass sein seit Monaten andauernder Höhenflug doch noch gestoppt werden kann. Insgesamt führt der Immobilienunternehmer und Reality-TV-Star bei der Summe der Delegierten zwar klar - die Niederlage in Wisconsin erschwert es ihm aber deutlich, vor der entscheidenden Parteiversammlung in Cleveland im Sommer die nötige Zahl der Delegierten zu sammeln. Eine Kampfabstimmung im Juli wird damit immer wahrscheinlicher, denn auch Cruz wird davor keine Mehrheit der Delegierten erreichen.

Trump: "Cruz ist das Trojanische Pferd der Parteibosse"
Cruz sprach in seiner Siegesrede dennoch von einem "Wendepunkt". Seinen "unglaublichen Sieg" in Wisconsin führte er darauf zurück, dass er die Republikanische Partei hinter sich vereine. Tatsächlich hatte er zuletzt eine Reihe prominenter Mitglieder des Partei-Establishments, das ihn lange abgelehnt hatte, für sich gewinnen können. Trump erklärte dazu, Cruz sei "schlimmer als eine Marionette" - er sei das "Trojanische Pferd der Parteibosse", die ihm, Trump, die Nominierung stehlen wollten.

John Kasich, Gouverneur in Ohio und dritter verbliebener Bewerber der Republikaner, lag in der Auszählung mit 14 Prozent abgeschlagen hinter Cruz und Trump. Er hofft dennoch auf eine entscheidende Rolle auf dem Parteitag.

Auftrieb für Sanders, Clinton aber weiter klare Favoritin
Bei den Demokraten ändert die Niederlage Clintons wenig an ihrer Favoritenrolle. Clinton hat bei den Delegierten auch die sogenannten Superdelegierten auf ihrer Seite - stimmberechtigte Parteigrößen, die von keiner Vorwahl abhängig sind. Wisconsin ist allerdings Clintons sechste Vorwahlniederlage in Folge.

Konkurrent Sanders hofft, daraus Profit zu ziehen. Dem 74 Jahre alten Senator von Vermont, der erneut bei jungen Wählern punkten konnte, gibt sein Sieg Auftrieb. Seinen Anhängern rief er jubelnd zu: "Wir haben einen Weg ins Weiße Haus." Die Dynamik in dem Rennen sei nun eindeutig auf seiner Seite. Die Chancen des Senators, Clinton noch einholen zu können, bleiben jedoch gering.

Wisconsin war der einzige Bundesstaat, in dem am Dienstag Vorwahlen abgehalten wurden. Die Vorwahlen sind parteiinterne Abstimmungen, bei denen Republikaner und Demokraten ihre Bewerber auswählen. Die beiden Spitzenkandidaten werden auf Parteitagen im Sommer gekürt.

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