Do, 14. Dezember 2017

Flüchtlingskrise

05.04.2016 19:23

Abschiebungen in die Türkei vorerst gestoppt

Kurz nach dem Inkrafttreten des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei ist der Prozess ins Stocken geraten. Nachdem es am Dienstag zunächst hieß, dass am Mittwoch weitere 200 Schutzsuchende von Griechenland aus in die Türkei gebracht werden sollen, wurde dieser Plan nach Angaben aus Ankara später wieder gestoppt.

Die UNO kritisierte unterdessen die Abschiebung von Afghanen aus Griechenland in die Türkei. Am Montag waren gemäß dem Abkommen die ersten 202 Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft zurück in die Türkei gebracht worden, für Dienstag waren keine Abschiebungen vorgesehen. Ein Vertreter des Gouverneursamtes der türkischen Provinz Izmir sagte dann, am Mittwoch würden rund 200 weitere Schutzsuchende von der Insel Lesbos in den türkischen Küstenort Dikili gebracht. Allerdings erklärte ein türkischer Behördenvertreter wenig später, dieser Plan sei auf Bitten Griechenlands "auf Freitag verschoben" worden.

Gemäß dem zwischen Ankara und der EU geschlossenen Abkommen sollen alle nach dem 20. März in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge abgeschoben werden, die kein Asyl in Griechenland beantragten oder deren Anträge abgelehnt wurden. Sie werden in Aufnahmezentren untergebracht, solange die türkischen Behörden über ihr weiteres Schicksal entscheiden. Die EU will für jeden aus Griechenland in die Türkei abgeschobenen Syrer einen Syrer aus einem türkischen Flüchtlingslager aufnehmen.

Immer wieder Tumulte in Idomeni und Piräus
In den improvisierten Lagern von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze und in der Hafenstadt Piräus herrschen unterdessen offenbar weiterhin miserable Zustände. Immer wieder kommt es zu Tumulten zwischen Migranten. Es sei schmutzig, es gebe wenig zu essen und kein fließendes Wasser, berichteten Mitarbeiter humanitärer Organisationen. Die Regierung versucht, die beiden Lager bis zum Wochenende gewaltfrei zu räumen.

Die Flüchtlinge wurden am Dienstag erneut in arabischer Sprache aufgefordert, mit bereitgestellten Bussen in die offiziellen Auffanglager zu fahren. Bisher sind aber nur wenige bereit, sich innerhalb Griechenlands umsiedeln zu lassen. Reporter berichteten, Aktivisten und Helfer kleinerer Hilfsorganisationen rieten ihnen, den Aufforderungen nicht zu folgen. Als Grund nennen einige Aktivisten, nur wenn die Migranten zusammen blieben und die Welt ihr Elend sehe, könnten sie nach Mitteleuropa weiterreisen. Im Hafen Piräus leben noch knapp 5000, in Idomeni etwa 12.000 Flüchtlinge.

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