So, 17. Dezember 2017

Schloss Walpersdorf

04.04.2016 13:30

Frischer Wind in alten Mauern

Stift Herzogenburg, Schloss Walpersdorf, malerische Kellergassen und ausgezeichnete Weißweine lohnen einen Ausflug - die Region Traisental-Donauland ist ein wahrer Geheimtipp!

Nach Wien kommen die Touristen wegen Schönbrunn, der Hofburg und des imperialen Glanzes, der nach wie vor einen wesentlichen Anziehungspunkt darstellt. Aber nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch auf dem Land gibt es Orte mit Geschichte, die mit unverwechselbarem Charme faszinieren. Einer davon ist Schloss Walpersdorf, das in der Region Traisental-Donauland zwischen Donau und der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten liegt. Unser Land ist voll von Schlössern und Burgen, die eine unverwechselbare kulturelle Identität ausstrahlen.

Noble Adresse
Dass das Renaissanceschloss wieder eine noble Adresse ist, die für jedermann geöffnet ist und für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten eine besondere Kulisse abgibt, ist Markus Lederleitner zu verdanken. Nach längeren Verhandlungen ist es ihm 2013 gelungen, das Schloss zu kaufen; sicherlich ein Wagnis, denn ein derartiges Ensemble muss a) renoviert und b) erhalten werden. Die historischen Mauern erstrahlen nun in neuem Glanz, sind eine geschmackvolle Heimat für eine Schlossbrauerei, ein Gasthaus und auf 2000 m2 Ausstellungsfläche für "Lederleitner Home". Im perfekten Rahmen wird Wohndesign geboten, das Lust auf "schöner Wohnen" macht. Jedes Teil, das stilsicher präsentiert wird, kann erworben werden. Aber es ist mehr als ein "Kaufhaus des Wohnens" (wie es im Prospekt heißt), denn es ist auch Atelier für verschiedene Künstler bzw. Galerie. Ein stimmiges Gesamtkonzept - Möbel, Kunst, Antiquitäten, Tischwäsche, Küchenutensilien, alles, was zum Thema Wohnen und Lifestyle passt, kann besichtigt und gekauft werden.

Wer eine Landpartie unternimmt, wird hungrig und ist dann bei Irene Weinfurter gut aufgehoben. Sie betreibt den Hofladen im Schloss, der hochwertige Bioprodukte im Sortiment bietet. Jeden Morgen verführt ein köstlicher Duft nach frischem Brot - Irene und Moni backen im Holzofen! Ein Sauerteigbrot, das nach Kindheit schmeckt und mit jenem, das man herkömmlich zu kaufen bekommt, rein gar nichts zu tun hat! Es ist ein besonders hochwertiges Lebensmittel, jedes per Hand geformt. Dass Irene ihre Arbeit liebt, das spürt man. Sie ist herzlich, offen und freut sich über die Gäste, die sie in eigenen Kursen auch in die Kunst des Brotbackens einweiht.

Nur wer seine Arbeit so liebt, in ihr aufgeht, kann einen sicheren Job - Irene war im früheren Beruf Sekretärin im Bundeskanzleramt - für eine Berufung in selbstständiger Tätigkeit aufgeben. Sie ist Köchin aus Überzeugung, bewirtet im gemütlichen Ambiente ihres Ladens unter den historischen Gewölben mit einfachen, aber sehr hochwertigen Speisen. Es gibt zum Beispiel Einkornrisotto mit Gemüse und Bergkäse oder eine Bärlauchsuppe - bitte wer pflückt den selbst, um ihn dann Gästen anzubieten? Auch eine Kaffeejause mit einem selbst gemachten Apfelstrudel lässt sich hier gut genießen, es geht individuell und persönlich zu. Wer eine größere Menüauswahl bevorzugt, dem sei das Gasthaus im Schloss empfohlen.

Nur wenige Kilometer entfernt, erschließt sich Kulturinteressierten Stift Herzogenburg, der bedeutendste Bau des österreichischen Spätbarocks, der 2012 sein 900-Jahre-Jubiläum feierte.

Ab 1714 wurde es unter Jakob Prandtauer, aber auch Johann Bernhard Fischer von Erlach barockisiert. Führungen finden ab 1. April ausschließlich in Kleingruppen statt. Kaplan Petrus, im Stift für Tourismus zuständig, weiß fesselnd über die Geschichte und interessante Details zu berichten. Wer mehr Einblick in das Klosterleben gewinnen möchte, hat die Möglichkeit, beim täglichen Mittagsgebet in der Chorkapelle dabei zu sein.

Was wäre die Gegend ohne Wein? Im fruchtbaren und klimatisch begünstigten Traisental werden Weine mit puristischer Eleganz gekeltert, die längst auch schon internationale Aufmerksamkeit erregt haben. Der bekannteste Winzer dürfte inzwischen Markus Huber sein, ein junger Winzer, der 2006 in London zum besten Weißweinproduzenten gekürt wurde, voriges Jahr den Titel "Falstaff Winzer des Jahres" und Anfang des Jahres mit dem "Best of Austria"-Award des Lebensministeriums ausgezeichnet wurde.

Malerische Kellergassen
Sanfte Hügel und kleine Terrassen prägen das Weingebiet, das der südliche Nachbar der berühmten Wachau ist. Malerische Kellergassen sorgen für eindrucksvolle Impressionen. Die Eichberger und die Ahrenberger Kellergasse, 64 Weinkeller lang, ist unser Eindruck, mit dem wir die kleine Landpartie für heute abschließen. Ein feiner kleiner Ausflug in eine feine kleine Weinregion, die mit Schloss Walpersdorf und Stift Herzogenburg schöne Höhepunkte setzt.

INFO

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE: www.mostviertel.at, www.traisental.at
EMPFOHLENE ADRESSEN:
Schloss Walpersdorf, Schlossstraße 1, 3131 Walpersdorf, 02782/844 89
Lederleitner Home, www.lederleitner-home.at, walpersdorf@lederleitner.at
Irenes Spezialitäten-Hofverkauf & Bäckerei, Irene Weinfurter, 0664/898 63 14, irene@bookacook.at, www.bookacook.at
Weingut Markus Huber, Weinriedenweg 13, 3134 Reichersdorf,  0699/12 78 37 23, 02783/829 99, www.weingut-huber.at, markus@weingut-huber.at
Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg, Prandtauerring 2, 3130 Herzogenburg, 02782/831 12, www.stift-herzogenburg.at, kontakt@stift-herzogenburg.at

VERANSTALTUNGSTIPPS:
Kräuterwanderung und Kochkurs: 30. April 2016; Slow Food Brot-Workshop bei Irene Weinfurter: 16. April, Malkurse, Schlosskonzerte und vieles mehr unter www.schloss-walpersdorf.net Traisentaler Weinfrühling: 23. und 24. April 2016.

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