Di, 17. Oktober 2017

Trauerfeier in Köln

02.04.2016 17:14

Emotionaler Abschied von Guido Westerwelle

Er habe sie zur Weißglut treiben, aber auch zum Lachen bringen können, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel über Guido Westerwelle. Bei einer bewegenden Trauerfeier in Köln erwiesen ihm hochrangige Politiker sowie Prominente aus dem Showbusiness am Samstag die letzte Ehre. Es war ein emotionaler und bewegender Abschied unter großer Anteilnahme. Die Spitzen des Staates kamen nach Köln, um Abschied von Westerwelle zu nehmen: Eine sichtlich getroffene Kanzlerin Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Merkel sagte in einer sehr persönlichen Ansprache, sie und Westerwelle hätten sich auch nach seiner Amtszeit als Außenminister nie aus den Augen verloren. Westerwelle sei ein leidenschaftlicher Politiker gewesen, ein empfindsamer und streitbarer Mensch, der sie ebenso "zur Weißglut" wie zum Lachen habe bringen können. Der FDP-Politiker werde ihr als "überzeugter Vertreter des deutschen Liberalismus" und Kämpfer für Menschenrechte und Freiheit fehlen, vor allem aber: "Ich persönlich werde dich auch als Menschen und Vertrauten vermissen."

Auch der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, sprach in dem ökumenischen Trauergottesdienst in der St.-Aposteln-Kirche viel von dem Privatmenschen Westerwelle. Jüsten kannte den früheren FDP-Vorsitzenden seit der gemeinsamen Kinderzeit in Bad Honnef. "Er suchte Anerkennung, Liebe und Geborgenheit", sagte Jüsten. Diese habe er vor allem bei seinem Ehemann Michael Mronz gefunden.

Kampf gegen Leukämie verloren
Seine letzten Monate verbrachte Westerwelle in der Kölner Uniklinik, wo er am 18. März mit 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämieerkrankung starb. Mehrfach wurden in der Trauerfeier die Bemühungen der Ärzte und des Pflegepersonals hervorgehoben - sein behandelnder Arzt saß auf einem Ehrenplatz in der ersten Reihe.

Für den Musikliebhaber Westerwelle intonierte der Chor der Oper Köln "O welche Lust" aus der Beethoven-Oper "Fidelio". Die Klassische Philharmonie Bonn spielte aus Verdis "La Traviata" und "Nabucco". Hochemotional wurde es, als Vicky Leandros, eine enge Freundin Westerwelles, eine umgetextete Version des Liedes "Ich liebe das Leben" anstimmte: "Schön war die Zeit mit dir. Wir wissen, du liebst das Leben. Und weinen wir heute sehr um dich, du bleibst im Herzen sicherlich." Ihr Gesang rührte viele der Trauergäste zu Tränen.

Zahlreiche prominente Trauergäste
Die Trauer um Westerwelle vereinte Politiker über Parteigrenzen hinweg. Zu den Gottesdienstbesuchern gehörten unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Innenminister Thomas de Maiziere (CDU), FDP-Chef Christian Lindner, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihre Stellvertreterin Sylvia Löhrmann (Grüne). Zudem waren viele Prominente aus Medien, Unterhaltung, Kunst und Kultur gekommen, die Schauspielerin Veronica Ferres trug die Lesung vor.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden