Do, 24. Mai 2018

krone.at-Test

10.04.2016 09:00

"Pokémon Tekken": Wie gut ist die Monsterprügelei?

Nintendos ungemein erfolgreiche Pokémon feiern heuer 20. Geburtstag - und tummeln sich seit kurzer Zeit dank "Pokémon Tekken" erstmals in einem waschechten Prügelspiel. War man als Pokémon-Trainer bisher dazu verdammt, den Kreaturen vom Arenarand aus Befehle zu erteilen, darf man sie im neuen Game nun endlich selber steuern. Wie sich das spielt, hat krone.at getestet.

Im Laufe der Jahre hatten die Pokémon viele Auftritte abseits der Hauptspiel-Reihe auf Gameboy und Nintendo DS. In "Pokémon Stadium" am N64 kämpften die Taschenmonster erstmals in 3D am großen Bildschirm, in "Pokémon Snap" ging der Spieler auf Pokémon-Fotosafari. Auf der Wii und am Gamecube gab es mit "Pokémon Colosseum" und "Battle Revolution" ebenfalls Arena-Games, ein echtes Prügelspiel blieb Pokémon-Fans bis heute aber verwehrt.

16 Pokémon lassen die Fäuste fliegen
Mit "Pokémon Tekken", einem Gemeinschaftsprojekt von Nintendo und den "Tekken"-Schöpfern von Bandai Namco ändert sich das nun. Das kindgerechte Prügelspiel lässt 16 Pokémon - inklusive Ikonen wie Pikachu, Glurak oder Machomei - auf bunten Schlachtfeldern aufeinander los, bietet zusätzlich zur reinen Prügel-Action massenhaft freischaltbare Outfits, Online-Kämpfe und sogar eine Einzelspieler-Handlung rund um ein mysteriöses Schatten-Mewtu.

Ihm gilt es Einhalt zu gebieten. Weil das für einen frisch gefangenen Pokémon-Trainer leichter gesagt, als getan ist, muss man sich zuvor natürlich in zahlreichen Kämpfen die Rangliste empor arbeiten und seine Fähigkeiten verbessern. Pokémon steigen überdies im Level, was sich spielerisch aber nur wenig bemerkbar macht. Eine Entscheidung, die der Balance durchaus zuträglich ist.

Kämpfe laufen in mehreren Phasen ab
Die Kämpfe selbst laufen sehr abwechslungsreich ab. Sie beginnen in einer 3D-Arena, in der sich die Kontrahenten zunächst frei bewegen und mit Fernangriffen und kleineren Nahkampfschlägen beharken. Hat ein Spieler einige härtere Treffer gelandet, wechselt das Game in eine 2D-Ansicht, wie man sie aus der "Tekken"-Serie kennt.

Hier gilt es, dem Gegner mit mächtigen Kombos einzuheizen, im rechten Moment zu blocken, mithilfe einer Energieleiste charakteristische Spezialattacken der Pokémon zu verüben - und den Gegner nach mehreren Phasenwechseln ultimativ auf die Bretter zu schicken. Besonderheiten wie freischaltbare Hilfs-Pokémon, die vom Arenarand den einen oder anderen Buff oder Spezialangriff verteilen, bringen Tiefe in die Kämpfe.

Kampfsystem nicht so flüssig wie bei "Tekken"
Spielerisch gibt sich "Pokémon Tekken" damit recht abwechslungsreich, allerdings entfalten die Kämpfe zu keiner Zeit die Dynamik, wie sie für "Tekken" charakteristisch ist. Zwar gibt es bei jedem Charakter massenhaft Kombos und mögliche Schlagabfolgen mit variierender Effektivität, die Moves wirken aber insgesamt nicht so flüssig wie jene eines gut gespielten "Tekken"-Kämpfers.

Das Zweiphasen-Kampfsystem könnte manch ein Spieler als gewöhnungsbedürftig betrachten, die überschaubare Zahl der spielbaren Pokémon kann man angesichts eines mittlerweile gut 700 Figuren großen Pokémon-Reservoirs als Schwachpunkt werten. Aber immerhin: Die wenigen Pokémon, die es ins Spiel geschafft haben, sind gut ausbalanciert und das Kampfsystem ist trotz vielfältiger Möglichkeiten auch für Prügelspiel-Einsteiger zugänglich.

Geringe Schwierigkeit, viel Multiplayer-Potenzial
Dass "Pokémon Tekken" insbesondere für Einsteiger interessant ist, zeigt sich am recht moderaten Schwierigkeitsgrad. Im Einzelspielermodus sind die wenigsten Kämpfe eine wirkliche Herausforderung, Prügelspiel-Kenner sollten sich also gleich in einem der höheren Schwierigkeitsgrade austoben.

Den Einzelspieler-Modus sehen wir aber ohnedies eher als Beiwerk: Die wahre Stärke von "Pokémon Tekken" sind Mehrspieler-Kämpfe gegen menschliche Gegner - lokal oder über das Internet. Die machen gehörig Laune und umschiffen den geringen Anspruch der Einzelspieler-Komponente mit der Unberechenbarkeit menschlicher Gegner. Erfreulich: Der Beitritt zu Online-Kämpfen klappte im Test flott, was dafür spricht, dass es eine aktive Spielergemeinde gibt.

Kleine optische und akustische Schnitzer
Optisch und akustisch ist "Pokémon Tekken" insgesamt zwar gelungen, ein paar Schnitzer gibt es aber doch. Dazu zählen die nicht besonders detailreichen Arenen und Pokémon-Kämpfer auf optischer und eine mit der Zeit nervige Ansagerin auf akustischer Ebene.

Das comichafte grafische Gesamtpaket, die gut gemachten Animationen der Kämpfer sowie die hübschen Lichteffekte, eine stabile Framerate und der pathetische Soundtrack entschädigen aber für diese Schwächen. Zudem erwies sich das Game im Test als erfreulich fehlerfrei, Bugs konnten wir keine entdecken.

Fazit: Mit "Pokémon Tekken" liefern Nintendo und Bandai Namco ein feines Prügelspiel ab, das kleine wie große Fans der Taschenmonster in seinen Bann ziehen wird. Die bunten Kämpfe mit mehreren Phasen bieten Abwechslung, laufen aber nicht so flüssig und dynamisch ab wie bei "Tekken". Das Game ist - manch einem Profi vielleicht zu - zugänglich und bietet einen netten Einzelspielermodus, seine wahre Stärke liegt aber im Mehrspieler-Bereich. Und hier macht "Pokémon Tekken" eine gute Figur - sowohl für Einsteiger, als auch für Profis, denen es nach Abwechslung zum Kung-Fu-Einerlei anderer Titel dürstet.

Plattform: Wii U
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10

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