Sa, 16. Dezember 2017

Stabil schlecht

31.03.2016 15:31

Deutsch-Test: Letzter Platz für Wiens Volksschüler

Gut 75.000 Volksschüler haben österreichweit an einer Standardüberprüfung im Fach Deutsch teilgenommen - jetzt liegt das recht ernüchternde Ergebnis vor: In puncto Lesekompetenz erreichten fast 40 Prozent das Lernziel nicht oder nur teilweise. Eklatant sind die Schwächen insbesondere bei Schülern mit Migrationshintergrund: 62 Prozent bleiben hier hinter den Erwartungen zurück. Die Schlusslichter im Ländervergleich: Wien und Vorarlberg.

Der Test fand im Frühjahr 2015 in den 4. Klassen an allen rund 3000 österreichischen Volksschulen statt. Dabei wurden u.a. die Bereiche Leseverständnis, Rechtschreiben, Hörverstehen und das Verfassen von Texten erfasst. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Deutsch-Kompetenz der Schüler.

Im Vergleich zur Ersttestung im Jahr 2010 ist somit zwar eine minimale Verbesserung zu verzeichnen, Anlass zur Freude bieten die Resultate aber nicht:

  • Insgesamt haben 15 Prozent der Kinder die vorgegebenen Bildungsstandards in Deutsch verfehlt.
  • 17 Prozent haben die Bildungsstandards nur teilweise erreicht.
  • Weitere 25 Prozent erreichen die Bildungsstandards großteils.
  • Und 29 Prozent der Volkschüler haben mit ihren Leistungen die Bildungsstandards in Deutsch erreicht bzw. sogar übertroffen.
  • Die Mädchen schneiden generell etwas besser ab, Schüler mit Migrationshintergrund weisen im Schnitt niedrigere Kompetenzen auf.

Die Ergebnisse im Detail
62 Prozent der Schüler erreichen oder übertreffen zwar am Ende der vierten Schulstufe die für Leseverständnis definierten Lernziele, die übrigen Kinder - 25 Prozent erreichen die Standards nur teilweise, 13 Prozent erreichen die Standards - bleiben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt also mehr als ein Drittel.

Dabei schneiden Kinder mit Migrationshintergrund im Vergleich schlechter ab: 27 Prozent erreichten das Testziel nicht, 35 Prozent nur teilweise. 39 Prozent konnten die Aufgaben allerdings zufriedenstellend lösen bzw. die Erwartungen übertreffen.

Im Rahmen der Standardüberprüfung mussten die Kinder auch einen Text verfassen. Insgesamt hat dabei nur ein Fünftel die vorgegebenen Bildungsstandards erreicht bzw. übertroffen. 70 Prozent der Kinder haben dagegen im Bereich "sprachliche Richtigkeit" Schwierigkeiten. Die Rechtschreibkenntnisse nahmen dafür im Vergleich zu 2010 leicht zu. Auch das Hören wurde überprüft: 60 Prozent erreichen und drei Prozent übertreffen hier die Standards. Ein Viertel erfüllte die Erwartungen teilweise, etwa jedes zehnte Kind.

Die Länder im Vergleich
Im Schnitt erreichen die Schüler aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg die meisten Punkte. Im Mittelfeld landen Tirol, Kärnten und die Steiermark. Schlusslicht im Länder-Ranking bilden Wien und Vorarlberg. Allerdings liegen die Durchschnittsergebnisse aller Länder denkbar knapp beieinander.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden