So, 17. Dezember 2017

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30.03.2016 19:00

Hobbit lebte schon vor mindestens 60.000 Jahren

Der als Hobbit bezeichnete Homo floresiensis hat vermutlich doch nicht zur gleichen Zeit in Südostasien gelebt wie der moderne Mensch. Nach mehrjährigen Analysen datierte ein Forscherteam das Alter der Knochen, die auf der indonesischen Insel Flores entdeckt wurden, nun auf 60.000 bis 100.000 Jahre. Bisher hatten Wissenschafter manchen Funden ein Alter von nur 18.000 Jahren zugeschrieben.

Dies hatte bei Fachleuten für Erstaunen gesorgt, denn der moderne Mensch erreichte das nahe Australien schon vor etwa 50.000 Jahren. Damit hätten Homo floresiensis und Homo sapiens Zehntausende Jahre in Nachbarschaft gelebt und vermutlich auch Kontakt gehabt. Die ursprüngliche Datierung gehe auf eine falsche Zuordnung von Erdschichten zurück, schreibt das Team im Fachblatt "Nature".

Nur ein Meter groß, Hirn so groß wie bei Schimpansen
Die Überreste mehrerer Individuen des Homo floresiensis wurden im Jahr 2003 in der Höhle Liang Bua unter einer mehrere Meter dicken Erdschicht entdeckt. Der Fund erregte enormes Aufsehen: Der Hobbit war nur etwa einen Meter groß, sein Gehirnvolumen entsprach etwa dem eines Schimpansen. Insgesamt ähnelte der Hobbit Urmenschen, die Afrika und Asien vor über einer Million Jahren besiedelt hatten.

Acht Jahre lang analysierte ein internationales Forscherteam um Thomas Sutikna von der australischen University of Wollongong erneut Hobbit-Knochen und die umliegenden Erdschichten. Die Forscher datierten Ablagerungen neu und kamen zur Erkenntnis, dass die Fundstücke ein Alter von etwa 60.000 bis 100.000 Jahren hätten, berichtet das Fachblatt "Nature".

Homo floresienses traf auf andere Menschenarten
Steinwerkzeuge, die dem Hobbit zugeschrieben werden, hätten ein Alter von etwa 50.000 bis 190.000 Jahren. "Teile von Südostasien können während dieser Zeit von Denisova-Menschen oder anderen Frühmenschen bewohnt gewesen sein, und moderne Menschen hatten Australien vor 50.000 Jahren schon erreicht", schreiben die Forscher. "Aber ob Homo floresiensis nach dieser Zeit überlebt hat oder modernen Menschen, Denisova-Menschen oder anderen Menschenarten auf Flores oder andernorts begegnet ist, bleibt eine offene Frage, die künftige Entdeckungen möglicherweise helfen zu beantworten."

Die frühere, wesentlich jüngere Datierung führen die Forscher auf ihre falsche Zuordnung der Erdschichten zurück. Demnach war ein Teil des Höhlenbodens erodiert und hatte sich mit jüngerem Erdmaterial gefüllt. Dies sei bei den ersten Ausgrabungen von 2001 bis 2004 nicht erkannt worden.

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