Sa, 16. Dezember 2017

Virtual Reality

30.03.2016 12:24

Cyberbrille Oculus Rift: Das sagen erste Tester

Der Virtual-Reality-Pionier Oculus VR hat mit der Auslieferung der ersten "großen" Cyberbrille für den PC begonnen: der Oculus Rift. In den vergangenen Jahren war das Gerät bereits als Entwicklerversion erhältlich, nun liefert das Unternehmen endlich die Endkundenversion aus. Doch wie schlägt sich das Tor zu virtuellen Welten von Oculus in der Praxis? Erste Testberichte geben die Antwort.

Die ersten Vorbesteller bekommen dieser Tage ihr Exemplar der rund 740 Euro teuren Oculus Rift direkt vom Hersteller zugeschickt, wer sich jetzt entschließt, ein Exemplar zu bestellen, bekommt es frühestens im Juli.

Das Paket - ein Transportkoffer mit Kabeln, Head-Tracking-Kamera, dem Headset an sich und einem Xbox-One-Gamepad - kommt aus den USA, bislang bietet Oculus nur Direktvertrieb an.

Zwei OLED-Displays mit 2160 x 1200 Pixeln
Die Hardware-Ausstattung der Cyberbrille umfasst neben Bewegungssensoren zwei OLED-Displays - eines für jedes Auge - mit je 2160 mal 1200 Pixeln Auflösung. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 90 Hertz, das Sichtfeld wird mit 110 Grad beziffert. Die fertige Cyberbrille - sie verfügt über ein integriertes Headset - wiegt nicht ganz ein halbes Kilo.

VR-Gaming braucht einen potenten PC
Um sie mit Inhalten bespielen zu können, empfiehlt Oculus mindestens einen PC mit einer Grafikkarte vom Schlage einer Nvidia Geforce GTX 970 oder AMD Radeon R9 290, einen Prozessor mit der Power eines Core-i5-4590 und zumindest acht Gigabyte RAM. Angeschlossen wird die Cyberbrille über HDMI 1.3, zusätzlich braucht es insgesamt drei USB-3.0- und einen USB-2.0-Port.

Saubere Verarbeitung, hoher Tragekomfort
In ersten Tests schneidet die Oculus Rift ziemlich gut ab - zumindest, wenn es nur um die reine Hardware geht. Tester - etwa vom deutschen IT-Branchenportal "Golem" - loben die saubere Verarbeitung und den hohen Tragekomfort der Cyberbrille. Manche Tester - etwa bei "c't" - kritisieren derweil die spürbare Hitzeentwicklung der Brille bei längerer Nutzung.

Bildqualität hat noch Luft nach oben
Die Bildqualität erscheint den meisten Testern als verbesserungswürdig. Zwar lösen die beiden OLED-Displays in der Oculus Rift relativ hoch auf, trotzdem bleibt ein "Fliegengitter"-Effekt sichtbar, bei dem die Augen einzelne Pixel erkennen. Bei hellen Objekten auf dunklem Untergrund soll es zudem zu störenden Reflexionen kommen.

Head-Tracking funktioniert zuverlässig
Das Head-Tracking, also das Erfassen der Kopfbewegungen des Nutzers, klappt mit der mitgelieferten Kamera zuverlässig, funktioniert laut "The Verge" aber nur in einem rund zwei mal zwei Meter großen Bereich. Das reicht für Kopfbewegungen und den einen oder anderen Schritt, Rivalen wie die HTC Vive lassen hier aber noch deutlich mehr erwarten.

Software-Angebot noch eher dürftig
Das derzeit wohl größte Problem der Oculus Rift ist das zum Start noch eher dürftige Software-Angebot. "Wired" kritisiert, dass es bislang noch keinen Browser und auch keine Streaming-Apps wie Netflix für die Oculus Rift gibt.

Die Spiele-Auswahl ist nett, noch fehlt aber ein echter Hit, der zum Kauf der Cyberbrille anregt.

Hinzu kommt, dass das Bedienkonzept der Rift noch Bewegungs-Controller vorsieht, die aber erst im Herbst auf den Markt kommen sollen. Games, die Bewegungssteuerung anbieten, werden damit ebenfalls noch Monate auf sich warten lassen.

Oculus-Store zieht Kritik auf sich
Wie viel Software es für die Oculus Rift in einigen Monaten geben wird, hängt dabei auch in hohem Maße davon ab, wie sich der hauseigene Virtual-Reality-Store entwickelt. Oculus will ihn regelmäßig pflegen und updaten, einzelne Entwickler von VR-Material sehen ihn allerdings skeptisch und glauben, er gebe Oculus zu viel Macht über die angebotenen Inhalte.

Epic-Games-Chef Tim Sweeney, bekannt unter anderem für die populäre Shooter-Reihe "Unreal", wirft Oculus schon jetzt vor, VR-Inhalte aus anderen Quellen zu benachteiligen.

Fazit: Eindrucksvoll, aber noch kein Must-have
Ungeachtet dessen sind sich die meisten Tester einig: Für den ersten Vertreter einer neuen Technologie am Massenmarkt sei Oculus Rift ein gelungenes Gerät, auch wenn es auf technischer Ebene noch ein paar Baustellen gibt und sich momentan vor allem auch noch die Frage nach dem Software-Nachschub in den nächsten Monaten stellt.

So ist die derzeitige Version der Oculus Rift eine eindrucksvolle Demonstration des Machbaren, aber auch eine erste Inkarnation einer neuen Technologie, deren Hardware ein Ablaufdatum hat. Die Tester des "Wall Street Journal" glauben deshalb, dass man mit der Anschaffung durchaus noch eine Weile warten kann - und auf höher auflösende Displays und potentere PCs zum Zuspielen warten sollte.

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