Mo, 18. Dezember 2017

"Krone"-Ombudsfrau

31.03.2016 07:46

Prozess um Behinderung: Halten Tiroler zusammen?

Wie berichtet, kämpft Franz Zach seit 13 Jahren um Gerechtigkeit für seine Tochter, die seit einem Spitalsaufenthalt schwerbehindert ist. Das Verfahren wurde nun kürzlich mit dem sechsten Richter in Graz fortgesetzt. Dieser möchte sich selbst ein Bild machen und hat unter anderem ein weiteres Gutachten geordert. Was die Gegenseite dazu veranlasst, einen Ablehnungsantrag mit skurriler Begründung gegen den bestellten Gutachter einzubringen.

Monate nach einer schweren Herz-OP wurde die damals 13-jährige Susanne Zach mit hohem Fieber ins Grazer Klinikum eingeliefert. Nach mehreren Komplikationen wurde zudem eine Blutverdünnung verabreicht. Susanne erlitt einen Schlaganfall, fiel ins Koma und ist seither schwerbehindert.

Wie weit eine mögliche Überdosierung kausal für die Behinderung sein könnte, fragte der neue Richter einen Toxikologen um Expertise. Der von ihm gewählte Gutachter stößt der Gegenseite - dem Spitalsbetreiber - nun sauer auf. Deren Anwalt hat nun einen Ablehnungsantrag eingebracht. Mit pikanter Begründung: Der Gutachter und der Anwalt von Herrn Zach seien nämlich beide Tiroler! Es entspräche der Lebenserfahrung, dass Landsleute einander immer näherstehen und wegen ihrer Herkunft zusammenhalten würden. Das würde auch eine Rede von Landeshauptmann Platter aus dem Vorjahr unterstreichen, in der er sagte, dass Tiroler stets zusammenhalten. Und genau deshalb erscheine der Gutachter befangen. Das klingt nicht nur skurril, ist es auch!

Das zuständige Gericht in Graz hat mittlerweile in einem Beschluss unter anderem festgehalten, dass es sich der pauschalen Behauptung der Gegenseite, dass alle Tiroler zusammenhalten würden, nicht anschließe. Eine bloße Abstammung aus einem Bundesland sei nicht dazu geeignet, den Anschein einer Befangenheit zu begründen. Der Ablehnungsantrag wurde zurückgewiesen.

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