Sa, 18. November 2017

„Fall Babler“

29.03.2016 16:45

Zur Doppelgage nun auch noch 18.790 Euro Spesen

Weiter heftige Turbulenzen in Traiskirchen und in der SPÖ: Kaum hat SPÖ-Bürgermeister Andreas Babler versucht, seinen 11.800-Euro-Doppelbezug als Stadtchef (7800 Euro) und "Mitarbeiter der städtischen Stabsstelle" (4000 Euro) zu rechtfertigen, werden auch noch seine "Repräsentationsspesen" bekannt - insgesamt 18.790,35 Euro. Das sei die niedrigste Summe seit Jahren, argumentiert Babler.

Dass am Gehaltszettel eines Bürgermeisters einer kleinen 18.500-Einwohner-Stadt 11.800 Euro brutto steht, ist für viele Österreicher ein Affront: Auf Facebook und in den Postings auf krone.at wird der Pro-Asyl-Politiker Andreas Babler (SPÖ) dafür scharf kritisiert - auch wenn er jetzt seinen mit 4000 Euro dotierten Zweitjob als "Mitarbeiter der Stabsstelle" aufgibt. Er betonte nun nochmals gegenüber der "Krone", dass er von sich aus diese Regelung beendet.

Hatte Zweitjob seit April 2014
Was Babler aber nicht sagt: Er hatte den Zweitjob bereits seit April 2014 und verdiente somit bis Jänner 2016 als Bürgermeister und "Stabsstellen-Experte" (auch für das Stadtmarketing) 19 Monate lang 9900 Euro. Und ab Jänner 2016 - nach der Erhöhung des Bürgermeister-Gehalts - sogar 11.800 Euro. Mit seinem Netto-Einkommen hätte er auch viel für die Vereine der Stadt bezahlt, erklärt dazu der SPÖ-Politiker, der auch oft seinen Kanzler attackiert hat.

18.790 Euro an Spesen
"Wozu braucht Babler dann noch 18.790 Euro an Spesen, wenn er ohnehin alles vom Gehalt bezahlt?", fragt dazu der FPÖ-Politiker Christian Höbarth nach. Diese Zahl findet sich nämlich ebenfalls im aktuellen Rechnungsabschluss der Stadt Traiskirchen. Zu dem neuen Vorwurf sagt Andreas Babler: "Das sind die geringsten Repräsentationsausgaben seit Jahren, der Voranschlag wurde weit unterschritten."

Auch noch 6000 Euro vom Wasserleitungsverband
Und noch ein Zusatzverdienst des streitbaren SPÖ-"Partei-Rebellen" wird jetzt bekannt: Babler erhält als Vorstandsmitglied des Wasserleitungsverbands Triestingtal noch zusätzlich "knapp unter 500 Euro" monatlich. Das bringt jährlich weitere 6000 Euro brutto.

In der Bundes-SPÖ ist man über den "Fall Babler" alles andere als erfreut. Über eine etwaige Forderung nach einem Rücktritt des Bürgermeisters will sich aber offiziell niemand äußern. Die Traiskirchener Gemeinderatsitzung am Donnerstagabend wird jedenfalls sicher spannend.

Video: Babler wettert über "Bereicherung" (ab Minute 02:30)

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